Iran, Israel

Israel: Entscheidende Phase im Krieg - Angriff auf Öl-Insel

14.03.2026 - 15:05:34 | dpa.de

Der Konflikt eskaliert weiter. Die USA verbuchen nach eigenen Angaben einen wichtigen Erfolg. Die Drohungen aus Teheran halten an, auch wenn ausgerechnet die Terrormiliz Hamas zur MĂ€ĂŸigung aufruft.

  • Der Iran-Krieg eskaliert weiter. - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
  • Die fĂŒr den iranischen Öl-Export wichtige Insel Charg wurde bombardiert - Foto: Planet Labs PBC/Planet Labs PBC/AP/dpa
  • Der israelische Angriff auf den Libanon soll möglicherweise ausgeweitet werden. - Foto: Hassan Ammar/AP/dpa
Der Iran-Krieg eskaliert weiter.  - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa Die fĂŒr den iranischen Öl-Export wichtige Insel Charg wurde bombardiert - Foto: Planet Labs PBC/Planet Labs PBC/AP/dpa Der israelische Angriff auf den Libanon soll möglicherweise ausgeweitet werden. - Foto: Hassan Ammar/AP/dpa

Israel sieht im Krieg mit dem Iran einen SchlĂŒsselmoment gekommen. Der Kampf gegen Teheran intensiviere sich und gehe in die «entscheidende Phase», sagte Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines BĂŒros. Unterdessen haben die USA laut PrĂ€sident Donald Trump MilitĂ€ranlagen auf der fĂŒr Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bewegen.

Nach Angaben des US-Regionalkommandos (Centcom) wurden mit einem groß angelegten PrĂ€zisionsschlag LagerstĂ€tten fĂŒr Seeminen, Raketenbunker und zahlreiche weitere militĂ€rische Einrichtungen zerstört. 

Trump spricht von «GrĂŒnden der AnstĂ€ndigkeit»

Den US-StreitkrĂ€ften gelang es demnach, mehr als 90 iranische MilitĂ€rziele zu treffen, ohne dabei die Ölinfrastruktur zu beschĂ€digen. Auf eine Vernichtung der Öl-Infrastruktur habe er «aus GrĂŒnden der AnstĂ€ndigkeit» verzichtet, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er warnte Teheran jedoch: Sollte der Iran oder jemand anders die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus versuchen zu behindern, werde er die Entscheidung sofort ĂŒberdenken.

Der Verkehr durch die fĂŒr den globalen Ölexport wichtigen Meerenge ist in dem Krieg durch eine iranische Blockade nahezu zum Erliegen gekommen.

Drohungen der Revolutionsgarden

Die iranischen Revolutionsgarden drohen ihrerseits mit Angriffen auf US-Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ein Sprecher der Kommandozentrale der Garden erklÀrte laut Nachrichtenagentur Fars, der Iran betrachte es als sein legitimes Recht zur Verteidigung seines Hoheitsgebiets, Abschussstellen von US-Raketen in HÀfen und Docks der Emirate anzugreifen.

Ein Flugabwehrsystem an der US-Botschaft im Irak ist Medienberichten zufolge von einer Rakete getroffen worden. Nach dem Angriff von Samstagmorgen gab es irakischen Medienberichten zufolge einen Brand an dem BotschaftsgebÀude. Der Nachrichtenkanal Al Jazeera berichtete, eine Einheit des als C-RAM bekannten Raketenabwehrsystems zum Schutz der Botschaft sei getroffen worden. Von der US-Botschaft, dem US-MilitÀr wie auch der irakischen Regierung gab es zunÀchst keine BestÀtigung.

Gegenwind aus den eigenen Reihen fĂŒr Teheran

Die islamistische Hamas hat den Iran dazu aufgerufen, die Angriffe auf Nachbarstaaten einzustellen. Die Terrororganisation bekrĂ€ftigte in einer Mitteilung, Teheran habe das Recht auf israelisch-amerikanische Attacken zu reagieren. Die «BrĂŒder im Iran» sollten jedoch davon absehen, ihre Angriffe auf NachbarlĂ€nder fortzusetzen. Seit Beginn des Iran-Kriegs melden die umliegenden Golfstaaten zahlreiche iranische Raketen- und Drohnenangriffe.

Die Hamas rief die Staaten in der Region auf, «zusammenzuarbeiten, um diese Aggression zu stoppen und die brĂŒderlichen Beziehungen untereinander zu bewahren». Der Iran unterstĂŒtzte die Hamas jahrzehntelang finanziell und militĂ€risch. Die Hamas unterhĂ€lt zudem enge Beziehungen zum Golfstaat Katar.

Berichte: Pentagon schickt VerstÀrkung nach Nahost 

Möglicherweise bereiten die USA einen Einsatz von Bodentruppen im Iran vor. Das Pentagon schickt Medienberichten zufolge weitere Kriegsschiffe und Marine-Infanteristen in den Nahen Osten. Die bereits in der Region eingesetzten US-StreitkrĂ€fte erhielten VerstĂ€rkung durch Tausende Infanteristen, mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge, berichtete das Nachrichtenportal «Axios» unter Berufung auf einen ranghohen US-Beamten. Die Infanteristen wĂ€ren dem Bericht zufolge in der Lage, falls gewollt auch BodeneinsĂ€tze durchzufĂŒhren.

Axios: Angriff auf Libanon vor Ausweitung 

Israel plant nach Darstellung von Axios eine deutliche Ausweitung seiner Bodenoffensive im Libanon. Ziel sei die Einnahme des gesamten Gebiets sĂŒdlich des Litani-Flusses und die Zerschlagung der militĂ€rischen Infrastruktur der Hisbollah, berichtet Axios unter Berufung auf israelische und US-amerikanische Beamte. «Wir machen, was wir in Gaza gemacht haben», so ein israelischer Beamter mit Blick auf die Zerstörung von der Terrormiliz Hamas genutzten GebĂ€uden. Es könnte sich laut Axios um die grĂ¶ĂŸte israelische Bodeninvasion im nördlichen Nachbarland seit 2006 handeln.

Im Libanon sind bei einem israelischen Luftangriff offiziellen Angaben zufolge mindestens zwölf Mitarbeiter des Gesundheitswesens getötet worden. Die Ärzte, Krankenschwestern und SanitĂ€ter seien beim Angriff im Dorf Burdsch Kalauijeh im SĂŒden getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt sind im Libanon den Angaben zufolge mehr als 770 Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden.

Aufruf zum Aufstand

Die Versuche Israels, die iranische Bevölkerung zum Widerstand gegen die eigene Regierung zu bewegen, halten an. «Nur das iranische Volk kann dem ein Ende setzen - durch einen entschlossenen Kampf bis zum Sturz des Terrorregimes», sagte Katz. Bereits zuvor betonte er, die Angriffe auf Ziele im Iran zielten darauf, dem iranischen Volk zu ermöglichen, sich aufzulehnen und die FĂŒhrung zu stĂŒrzen.

Internetblockade im Iran hÀlt an

Die Internetblockade im Iran geht in die dritte Woche. Die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks schrieb auf X, dass die KonnektivitÀt weiterhin bei nur ein Prozent des normalen Niveaus liege. Die Bevölkerung könne nur ein eingeschrÀnktes internes Intranet nutzen, wÀhrend staatlich genehmigte Nutzer uneingeschrÀnkten Zugang zum globalen Netz erhielten.

Netblocks kritisierte: «WĂ€hrend authentische Stimmen zum Schweigen gebracht werden und die Zivilbevölkerung ohne wichtige Informationen bleibt, fĂŒllt ein stetiger Strom von Inhalten, die das Regime genehmigt hat, die LĂŒcke.»

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