Ausland, Israel

Patriarch von Jerusalem sieht Zunahme von Angriffen auf Christen

13.07.2023 - 19:37:18 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa, sieht eine "deutliche Zunahme" von Angriffen auf Christen in Jerusalem, seit die rechtsreligiöse Regierung von Benjamin Netanjahu im Amt ist.

Tempelberg mit Felsendom in Jerusalem - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe) sagte Pizzaballa, es habe auch frĂŒher schon Aggressionen gegen Christen in der Stadt gegeben. "Neu ist die HĂ€ufigkeit, mit der sie geschehen - und die Tatsache, dass sie fast schon ein `normales` PhĂ€nomen sind."

Dieses PhĂ€nomen habe vor etwa zwanzig Jahren eingesetzt und seither zugenommen. "Man kann das nicht mehr episodisch nennen", sagte Pizzaballa. Der Lateinische Patriarch ist einer der ranghöchsten KirchenfĂŒhrer im Heiligen Land. Seine Erzdiözese umfasst Israel, PalĂ€stina, Jordanien und Zypern mit rund 300.000 römisch-katholischen Christen. Pizzaballa wurde 2020 vom Papst ernannt. Am Sonntag verkĂŒndete Franziskus, dass er in den Kardinalsrang erhoben werden soll. Der Italiener, der seit 33 Jahren in der Region lebt, sagte, auch er selbst sei schon Ziel von Angriffen geworden. So sei er bespuckt worden. Dies sei neben Beleidigungen zur Zeit das "hauptsĂ€chliche PhĂ€nomen". Als Grund der Angriffe, die in erster Linie von extremistischen Juden verĂŒbt wĂŒrden, sieht Pizzaballa vor allem Erziehung. "Es gibt Kinder, die Christen anspucken und anschreien - irgendjemand muss ihnen das beigebracht haben", sagte er. "Vielleicht gibt es eine junge Generation, etwa in den Siedlungen, die in einem extremistischen oder polarisierten Kontext aufgewachsen ist und keine DiversitĂ€t kennt." Aus diesem Grund falle es den israelischen Behörden auch schwer, gegen das PhĂ€nomen vorzugehen. Pizzaballa beklagte, dass die Kirchen in Jerusalem auf politischer Ebene keine Kontakte zur Regierung hĂ€tten. Er rief auslĂ€ndische Regierungen dazu auf, das PhĂ€nomen gegenĂŒber der israelischen Regierung zur Sprache zu bringen. Sie sollten "die Bedeutung der Christen in Jerusalem wieder stĂ€rker hervorheben", so Pizzaballa. "In den vergangenen zwanzig Jahren ist das Thema von der diplomatischen Agenda verschwunden." Neben den gewaltsamen Übergriffen kritisierte der Patriarch auch, dass die Christen zum "Kollateralschaden" israelischer Politik wĂŒrden. Die Regierung wolle "ihre Politik umsetzen, den jĂŒdischen Charakter Jerusalems hervorzuheben, aber dies hat eben auch Auswirkungen auf den christlichen Charakter", sagte er. Als Beispiel nannte er die PlĂ€ne, Teile des Ölbergs zu einem Nationalpark zu erklĂ€ren. Dies definierte er als rote Linie. "Die heiligen StĂ€tten sollten nicht angetastet werden", sagte Pizzaballa. "FĂŒr mich ist der christliche Charakter Jerusalems Teil der multireligiösen und multikulturellen IdentitĂ€t der Stadt. Ihn zu erhalten, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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