USA mahnen geordneten Machtwechsel in Kolumbien an
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 01:06 Uhr, dpa.deDie USA und mehrere lateinamerikanische Staaten haben Kolumbiens Behörden nach der PrĂ€sidentenwahl zur Einhaltung der Verfassung und zu einem geordneten Machtwechsel aufgerufen. «Wir richten einen nachdrĂŒcklichen Appell an alle kolumbianischen Behörden, in strikter Ăbereinstimmung mit der Verfassung, dem Gesetz und den demokratischen GrundsĂ€tzen zu handeln», hieĂ es in einer gemeinsamen ErklĂ€rung. Zu den Unterzeichnern gehören neben den USA unter anderem Argentinien, Ecuador und El Salvador sowie weitere Staaten in Lateinamerika und der Karibik, die US-PrĂ€sidenten Donald Trump politisch nahestehen.
Mit «groĂer Sorge» beobachteten die Regierungen demnach jĂŒngste ĂuĂerungen und Handlungen, die ohne ausreichende Belege Zweifel an der IntegritĂ€t des Wahlprozesses in Kolumbien sĂ€ten und Unsicherheit ĂŒber den institutionellen Ăbergang erzeugten. Zugleich betonten die Unterzeichner, nur der von den zustĂ€ndigen Wahlbehörden offiziell festgestellte WĂ€hlerwille verleihe staatlicher Macht demokratische LegitimitĂ€t. Versuche, das offiziell verkĂŒndete Wahlergebnis oder den Ăbergangsprozess zu delegitimieren oder zu behindern, wiesen sie zurĂŒck.
Petro erkannte Wahlsieg seines rechten Nachfolgers nicht an
Hintergrund ist der Streit um den Regierungswechsel in Kolumbien. Der gewĂ€hlte PrĂ€sident Abelardo de la Espriella hatte den formellen Ăbergangsprozess ausgesetzt, nachdem die scheidende linke Regierung unter PrĂ€sident Gustavo Petro den Wahlausgang wegen angeblichen Wahlbetrugs infrage gestellt hatte.Â
Petro kĂŒndigte spĂ€ter zwar an, die Macht am 6. August zu ĂŒbergeben, erkannte den Wahlsieg seines rechten Nachfolgers aber weiterhin nicht an. De la Espriella wirft dem Regierungslager einen Putschversuch vor.
Bei der PrĂ€sidentenwahl kam der von US-PrĂ€sident Trump unterstĂŒtzte Kandidat auf rund 49,6 Prozent der Stimmen, der linke Regierungskandidat IvĂĄn Cepeda auf rund 48,7 Prozent. Petro selbst durfte nicht mehr antreten, weil die Wiederwahl des PrĂ€sidenten in der Verfassung untersagt ist.
