Georgien hat neuen MinisterprÀsidenten
08.02.2024 - 23:23:12 | dpa.de
In der Kaukasusrepublik Georgien hat Irakli Kobachidse von der Partei Georgischer Traum das Amt des MinisterprĂ€sidenten ĂŒbernommen. Im Parlament in Tiflis stimmte eine Mehrheit fĂŒr den 45 Jahre alten Juristen, der teilweise in DĂŒsseldorf studiert hat. SpĂ€ter wurde er von PrĂ€sidentin Salome Surabischwili offiziell ernannt, auch wenn die Staatschefin seine Treue zu einem proeuropĂ€ischen Kurs Georgiens wenige Tage vorher noch in Zweifel gezogen hatte. Die frĂŒhere Sowjetrepublik am Schwarzen Meer ist bei einem EU-Gipfeltreffen im vergangenen Dezember als EU-Beitrittskandidat eingestuft worden.Â
Kobachidse war bislang Vorsitzender der Regierungspartei Georgischer Traum. Seine Nominierung als Regierungschef geht auf den Oligarchen Bidsina Iwanischwili zurĂŒck. Der Ehrenvorsitzende der Partei gilt mit seinem Milliardenvermögen als wichtigster Strippenzieher des Landes. Er will wieder eine gröĂere Rolle in der Politik spielen. In Georgien, das zwischen seinem groĂen Nachbarn Russland und der EU hin- und hergerissen ist, steht in diesem Jahr eine richtungsweisende Parlamentswahl an.Â
Auch die Partei Georgischer Traum vertritt nach eigenen Worten eine AnnĂ€herung an die EU und sieht den Kandidatenstatus als groĂen Erfolg. Zugleich pflegt die Regierung enge Kontakte nach Moskau und trĂ€gt die westlichen Sanktionen wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine nicht mit. Die prowestliche PrĂ€sidentin Surabischwili, die kaum Machtbefugnisse hat, hat der Regierung immer wieder einen prorussischen Kurs vorgeworfen.
Auch bei ihrem letzten Rechenschaftsbericht hielt sie Iwanischwili den schwankenden auĂenpolitischen Kurs vor und machte ihn fĂŒr die wachsende Korruption im Land verantwortlich. Zu Kobachidse sagte sie: «Wie wollen Sie europĂ€ische Werte in unserer Gesellschaft verankern? Wie planen Sie, die Empfehlungen der EU vor der kommenden Wahl umzusetzen?» Sie erinnerte daran, dass Kobachidse 2019 als damaliger ParlamentsprĂ€sident den umstrittenen Auftritt eines russischen Abgeordneten im Parlament erlaubt habe.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
