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Terror in Hanau: Landesinnenminister Pistorius hĂ€lt AfD fĂŒr mitverantwortlich

Veröffentlicht am: 21.02.2020 um 08:21 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Der niedersĂ€chsische Innenminister Pistorius, SPD sieht eine Mitverantwortung der AfD fĂŒr die fremdenfeindlich motivierten Gewalttaten von Hanau.

Boris Pistorius, Illustration mit AI erstellt.
Boris Pistorius, Illustration mit AI erstellt.
Im GesprĂ€ch mit der „Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung“ erklĂ€rte Innenminister Boris Pistorius, dass es nach seiner Überzeugung selbstverstĂ€ndlich eine unmittelbare Verbindung zwischen der Zunahme des politischen Gewichts der AfD und dem Aufkommen rechter Gewalt gebe. Von zentraler Bedeutung sei, dass den in Deutschland lebenden AuslĂ€ndern werde ihre MenschenwĂŒrde aberkannt werde. Dies sei deshalb so bedrohlich, weil einige Menschen erst durch die gedanklichen Vorlagen der AfD dazu angeregt wĂŒrden, Gewalttaten zu begehen. So habe sich eine „fatale Enthemmung“ entwickelt, an der die AfD eine Mitschuld trage, sagte der SPD-Landespolitiker. Wer nach Belegen fĂŒr diese Mitverantwortung der AfD suche, der mĂŒsse sich nur einmal die Äußerungen von Björn Höcke, des Vorsitzenden der AfD ThĂŒringen und zugleich fĂŒhrender Vertreter des besonders rechtsextremen AfD-“FlĂŒgels“ vergegenwĂ€rtigen, die dieser bei seinem kĂŒrzlichen Auftritt auf einer Veranstaltung der Protestbewegung „Pegida“ in Dresden getĂ€tigt habe. Eindeutiger als in Höckes Redebeitrag in Dresden gehe es nicht mehr, meint Pistorius. Mit der rechtspopulistischen AfD sei eine Gruppierung in die Parlamente gelangt, "die verbal alle Grenzen ĂŒberschreitet". ZusĂ€tzlich, konstatierte der Innenminister, bildeten sich im Untergrund, aber auch auf den Straßen netzwerkartige Gruppierungen, die an BĂŒrgerkriege erinnernde Szenarien planten, zu denen auch das Töten von Menschen gehöre. Sowohl die parlamentarischen Vertreter als auch die außerparlamentarischen Gruppen hĂ€tten das Ziel, so warnte der Innenminister, eine Destabilisierung von Gesellschaft und Staat herbeizufĂŒhren und die Demokratie aus den Angeln zu heben. Boris Pistorius ĂŒbte zugleich aber auch deutliche Kritik an den Sicherheitsorganen. Viel zu lange, beklagt der Minister, hĂ€tten bestimmte Behörden die von potenziellen rechten GewalttĂ€tern drohenden Gefahren nicht wahrgenommen oder nicht wahrnehmen wollen. Die Ausrichtung der Sicherheitsbehörden sei teilweise fehlerhaft gewesen. Dies jetzt zu korrigieren sei angesichts der derzeitigen Gewalttaten, die fĂŒr Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg beispiellos seien, eine Aufgabe von höchster Dringlichkeit. Verbalattacken gegen die Menschlichkeit und gegen den Grundsatz der Achtung der MenschenwĂŒrde haben sich nach EinschĂ€tzung von Landesinnenminister Boris Pistorius derart gehĂ€uft, dass es niemanden wirklich verwundern dĂŒrfe, wenn den aggressiven Worten nunmehr Gewalttaten gegen Personen folgen. Die reale Bedrohung sei von einigen FĂŒhrungspersonen im Sicherheitsapparat viel zu lange nicht in ihrer ganzen Dimension und Schwere erkannt worden. Ein besonders „krasses Beispiel“ fĂŒr gravierende FehleinschĂ€tzungen stelle der Fall des ehemaligen PrĂ€sidenten des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen dar. Aufgrund der Geschehnisse von Hauau fordert Innenminister Boris Pistorius nunmehr zusĂ€tzliche Kompetenzen fĂŒr die Ermittlungsbehörden. Es sei zu prĂŒfen, inwieweit Polizei und Verfassungsschutz umfassendere Befugnisse benötigen, um Extremisten frĂŒhzeitig genug erkennen zu können. Es mĂŒsse verhindert werden, sagte Pistorius im GesprĂ€ch mit der „Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung“, dass sich Extremisten ĂŒber Whatsapp und andere Netzwerke außerhalb des Blickfelds von Sicherheitsbehörden organisieren und radikalisieren können. Es gehe darum, Lösungen „mit Augenmaß“ und stets unter Kontrolle durch die Parlamente zu entwickeln. Der niedersĂ€chsische Innenminister warnt aber auch vor „Illusionen“ und fragt nachdenklich, ob das konkrete Attentat von Hanau bei zusĂ€tzlichen Kompetenzen fĂŒr die Sicherheitsbehörden wohl hĂ€tte verhindert werden können. „Mutmaßlich nicht“, resĂŒmiert der Minister.

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