IWH-PrÀsident, Intel-Baustopp

IWH-PrÀsident wegen Intel-Baustopp nicht besorgt

17.09.2024 - 14:05:22

Der PrĂ€sident des Leibniz-Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung in Halle, Reint E.

Gropp, ist nicht besorgt wegen der Verzögerungen beim geplanten Bau der Intel-Chipfabrik in Magdeburg. "Wir können fast dankbar sein, dass die Probleme von Intel jetzt schon aufgetaucht sind - bevor die richtig großen BetrĂ€ge gezahlt wurden", sagte Gropp dem Wirtschaftsmagazin Capital mit Blick auf die versprochenen Subventionen fĂŒr den Chiphersteller. "Stellen Sie sich vor, die Fabrik wĂ€re schon halb fertig und wir hĂ€tten bereits fĂŒnf oder zehn Milliarden Euro gezahlt." Laut Gropp verdeutlicht der Baustopp das Problem der Subventionspolitik der Ampel: "Die Gefahr ist, dass man auf ein Pferd setzt, was gewaltig hinkt", so der Ökonom. "Der Staat spielt da mit Steuergeldern Lotto. Er fĂ€llt unternehmerische Entscheidungen, die er aber notorisch schlecht treffen kann." Das Vorhaben, in Deutschland eine eigene Chipindustrie aufzubauen, ist fĂŒr Gropp ohnehin fehlgeleitet.

Es stelle sich die Frage, "ob man mit solchen Subventionen wirklich eine geostrategische UnabhĂ€ngigkeit erreichen kann", sagte er. Auch mit einer funktionierenden Chipfabrik in Magdeburg mĂŒssten etwa "immer noch sehr viele Vorprodukte aus China und Taiwan eingefĂŒhrt werden". Es sei quasi "unmöglich, die gesamte Lieferkette fĂŒr Chips nach Europa oder sogar nach Deutschland zu verlagern". Unterm Strich verlagere man "die geostrategische AbhĂ€ngigkeit von einer Ebene auf eine andere".

@ dts-nachrichtenagentur.de