Festnahmen, Terroranschlag

Weitere Festnahmen nach Terroranschlag auf Crocus City Hall

01.04.2024 - 15:04:01

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB meldet immer neue Festnahmen nach dem Terroranschlag auf eine Veranstaltungshalle bei Moskau. PrÀsentiert wird auch ein weiteres GestÀndnis.

Mehr als eine Woche nach dem Terroranschlag auf das Veranstaltungszentrum Crocus City Hall im Nordwesten Moskaus hat der russische Inlandsgeheimdienst FSB weitere mutmaßliche Tatbeteiligte festgenommen. In der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus seien vier auslĂ€ndische StaatsbĂŒrger festgenommen worden, die direkt an der Finanzierung und der AusrĂŒstung der Terroristen beteiligt gewesen seien, teilte der FSB in Moskau mit. Die Tat hat die Terrormiliz Islamischer Staat fĂŒr sich reklamiert.

Staatsmedien zeigten auch ein vom FSB veröffentlichtes Video, in dem ein unkenntlich gemachter Mann sagt, er habe den TĂ€tern aus der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala die Waffen fĂŒr die SchĂŒsse in der Crocus City Hall ĂŒbergeben. Die Echtheit des Videos konnte nicht ĂŒberprĂŒft werden. Nach dem Anschlag auf das Zentrum am 22. MĂ€rz wird die Zahl der Toten mit mindestens 144 angegeben, die der Verletzten mit mehr als 550. Es gebe auch immer noch Vermisste, hieß es.

Festgenommene sollen gefoltert worden sein

Die vier mutmaßlichen SchĂŒtzen sowie weitere Tatbeteiligte waren nach dem Terrorangriff auf die Crocus City Hall festgenommen worden. Medien berichteten, dass die MĂ€nner vor ihren GestĂ€ndnissen gefoltert worden seien. Auch in der zentralasiatischen Republik Tadschikistan waren zahlreiche mutmaßliche HintermĂ€nner festgenommen worden.

Die nun vier in Dagestan festgenommenen VerdÀchtigen sollen laut FSB in der bei Touristen beliebten Stadt Kaspijsk am Kaspischen Meer einen Anschlag geplant haben. Dazu hÀtten sie einen Sprengsatz vorbereitet und sich auch Waffen besorgt. Sie hÀtten sich danach absetzen wollen ins Ausland. Details nannte der FSB in seiner Mitteilung nicht.

Putin sieht weiter ukrainische Spur

Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin hatte zwar erklĂ€rt, dass die Islamisten den Anschlag auf die Crocus City Hall ausgefĂŒhrt hĂ€tten. Er sieht aber eine ukrainische Spur. Russische Ermittler hatten zuletzt mitgeteilt, dass Finanztransaktionsdaten bei den festgenommenen TatverdĂ€chtigen sichergestellt worden seien. Demnach sollen ukrainische Nationalisten fĂŒr den Anschlag bezahlt haben. Kiew weist eine Beteiligung an dem Terroranschlag zurĂŒck. 

Am Samstag hatten Diplomaten aus mehr 130 LĂ€ndern an der Crocus City Hall der Opfer gedacht und Blumen an dem Zentrum niedergelegt. Das russische Außenministerium sprach von mehr als 250 Teilnehmern an der Gedenkveranstaltung.

@ dpa.de