Guatemala, Staatsanwaltschaft

Guatemala: Staatsanwaltschaft will Annullierung von Wahl

09.12.2023 - 00:59:58 | dpa.de

Der Sozialdemokrat Bernardo ArĂ©valo hatte die PrĂ€sidentenwahl in Guatemala mit rund 61 Prozent der Stimmen gewonnen. Nun soll die Wahl annulliert werden - wegen mutmaßlicher UnregelmĂ€ĂŸigkeiten.

Bernardo ArĂ©valo hatte die Stichwahl am 20. August ĂŒberraschend gewonnen. - Foto: Moises Castillo/AP
Bernardo ArĂ©valo hatte die Stichwahl am 20. August ĂŒberraschend gewonnen. - Foto: Moises Castillo/AP

Gut einen Monat vor dem geplanten Amtsantritt des designierten Staatschefs Bernardo ArĂ©valo hat sich Guatemalas Generalstaatsanwaltschaft fĂŒr eine Annullierung der Wahlen vom Sommer ausgesprochen. Bei Ermittlungen seien UnregelmĂ€ĂŸigkeiten bei deren DurchfĂŒhrung festgestellt worden, wodurch die Ergebnisse ungĂŒltig seien, teilten Vertreter der Behörde in einer Pressekonferenz mit.

Allerdings erklÀrte die Vorsitzende des Wahltribunals TSE, Blanca Alfaro, kurz darauf in einer eigenen Pressekonferenz: «Die Ergebnisse sind bestÀtigt, die Ergebnisse sind offiziell und unabÀnderlich.» Die StaatsanwÀlte hatten betont, die Entscheidung liege beim TSE.

Das Generalsekretariat der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) warf der Generalstaatsanwaltschaft des mittelamerikanischen Landes einen versuchten Staatsstreich vor. Bereits zuvor hatten die USA, die EU und die UN die Ermittlungen gegen den gewÀhlten nÀchsten PrÀsidenten Arévalo als Versuch kritisiert, die Demokratie zu untergraben. GeneralstaatsanwÀltin Consuelo Porras steht auf einer Liste korrupter und antidemokratischer Akteure der US-Regierung.

«Staatsstreich in Zeitlupe»

Der Sozialdemokrat ArĂ©valo hatte mit dem Versprechen, die Korruption in Guatemala zu bekĂ€mpfen, die PrĂ€sidentenwahl mit rund 61 Prozent der Stimmen gewonnen. Er war ĂŒberraschend in die Stichwahl am 20. August eingezogen, nachdem mehrere Kandidaten aus umstrittenen GrĂŒnden vor der ersten Runde ausgeschlossen worden waren.

Seitdem wurde seine Partei Movimiento Semilla wegen mutmaßlicher UnregelmĂ€ĂŸigkeiten bei ihrer GrĂŒndung suspendiert, außerdem beantragte die Staatsanwaltschaft die Aufhebung von ArĂ©valos politischer ImmunitĂ€t. Der 65-jĂ€hrige Sohn des ersten demokratisch gewĂ€hlten PrĂ€sidenten des Landes, Juan JosĂ© ArĂ©valo (1945-1951), sprach von einem «Staatsstreich in Zeitlupe». Korrupte Akteure wollten seine Vereidigung am 14. Januar verhindern, sagte er.

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