Breonna Taylor: US-Ministerium will nur einen Tag Haftstrafe
18.07.2025 - 10:18:19In einem aufsehenerregenden Fall von Polizeigewalt in den USA hat das Justizministerium fĂŒr einen an dem Einsatz beteiligten und verurteilten Polizisten eine Haftstrafe von nur einem Tag gefordert. Dies geht aus einem Antrag des Justizministeriums hervor. Der frĂŒhere Polizeibeamte Brett H. war nach dem Tod der Afroamerikanerin Breonna Taylor wegen VerstöĂen gegen die BĂŒrgerrechte von Taylor im November 2024 schuldig gesprochen worden.Â
Der Antrag des Justizministeriums gilt als ungewöhnlich und wird als politischer Kurswechsel gesehen, nachdem die vorherige US-Regierung sich bemĂŒht hatte, konsequenter gegen Polizeigewalt vorzugehen. Das StrafmaĂ soll Anfang der kommenden Woche von einer Richterin verhĂ€ngt werden, die wĂ€hrend der ersten Amtszeit von US-PrĂ€sident Donald Trump ernannt wurde, berichtet die «Washington Post». Dem Polizisten droht im Falle der Höchststrafe lebenslange Haft.Â
Symbol der Black Lives Matter-Bewegung
Der damalige Polizist hatte im MĂ€rz 2020 in Louisville (Bundesstaat Kentucky) zehn Kugeln durch das Fenster und die TĂŒr der 26-jĂ€hrigen schwarzen Rettungsassistentin Taylor abgefeuert. Zwar habe keine der Kugeln Taylor getroffen, jedoch habe H. bei dem Einsatz ĂŒbermĂ€Ăige Gewalt angewendet, befand ein Geschworenengericht.Â
Den frĂŒheren Ermittlungen zufolge drangen mit einem Durchsuchungsbefehl ausgestattete Polizisten nachts in Taylors Wohnung ein, als sie auf ihr Klopfen keine Antwort erhielten. In der Wohnung soll Taylors Freund zuerst geschossen und einen der Beamten verletzt haben. Der Freund gab spĂ€ter an, dass er die Polizisten fĂŒr Einbrecher gehalten habe. Die Beamten erwiderten das Feuer und trafen die unbewaffnete Breonna Taylor nach offiziellen Angaben mindestens fĂŒnfmal. US-Medienberichten zufolge suchten sie Taylors Ex-Freund, der nicht anwesend war.
Der Name der 26-jĂ€hrigen schwarzen Rettungsassistentin wurde Ă€hnlich wie der von George Floyd zu einem Symbol der Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt. FĂŒr Empörung und Proteste hatte gesorgt, dass im Zusammenhang mit Taylors Tod zunĂ€chst niemand zur Verantwortung gezogen wurde.


