Schweiz, International

UN-Bericht: Armen LĂ€ndern droht verheerende Schuldenkrise

13.07.2023 - 11:18:08

Der UN-Bericht «Welt der Schulden» zeigt es deutlich auf: Weltweit sind öffentliche Schulden 2022 auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Viele LÀnder stecken in der Schuldenfalle fest.

52 Àrmere LÀnder sitzen nach Angaben der Vereinten Nationen in einer Schuldenfalle, die sie ohne Hilfe kaum bewÀltigen können. UN-GeneralsekretÀr António Guterres warnte am Mittwoch (Ortszeit) in New York: «Die halbe Welt versinkt in einem Entwicklungsdesaster, angetrieben durch eine verheerende Schuldenkrise.»

Guterres prĂ€sentierte den UN-Bericht «Welt der Schulden». Daraus geht hervor, dass die öffentlichen Schulden weltweit 2022 auf den Rekordwert von 92 Billionen Dollar (rund 82,5 Billionen Euro) gestiegen sind. Das sei fĂŒnfmal so viel wie im Jahr 2000. Einen ĂŒberproportional hohen Anteil daran trĂŒgen arme LĂ€nder. Gut 40 Prozent der Weltbevölkerung, 3,3 Milliarden Menschen, lebten in LĂ€ndern, in denen die Zinszahlungen auf Kredite die Ausgaben fĂŒr Gesundheit oder Bildung ĂŒbersteigen, heißt es darin.

Schulden bedienen - oder dem Volk dienen?

Schulden aufzunehmen ist an sich ein Mittel, um Volkswirtschaften zu entwickeln, etwa, um in Gesundheit, Bildung und ArbeitsplĂ€tze zu investieren. Wenn die Summen aber enorm sind und Zinsen steigen, kann das Regierungen aber in große Not stĂŒrzen. «Einige der Ă€rmsten LĂ€nder der Welt werden gezwungen zu wĂ€hlen, ob sie die Schulden bedienen oder ihrem Volk dienen sollen», sagte Guterres.

Afrikanische LÀnder zahlten viermal so viel Zinsen wie die USA und achtmal so viel wie reiche europÀische LÀnder, sagte Guterres. Zudem hÀtten viele LÀnder in vergangenen Jahren immer mehr Geld von privaten Kreditgebern geliehen. Das kompliziere Verfahren, um Schulden umzustrukturieren oder womöglich teilweise zu erlassen.

Es mĂŒsse ein funktionierendes globales Sicherheitssystem geben, um Ă€rmere LĂ€nder vor dem Absturz zu bewahren. Sie brauchten mehr Möglichkeiten, Geld von öffentlichen Einrichtungen wie Entwicklungsbanken zu leihen. Konkret forderte Guterres einen Mechanismus, um Zinszahlungen zeitweise auszusetzen, Schulden zu strecken und Zinsen zu senken. Helfen wĂŒrde es auch, wenn reiche LĂ€nder die Entwicklungshilfe aufstocken und das versprochene Geld fĂŒr Klimaanpassungen zahlten.

Der Bericht stammt von einer Arbeitsgruppe, die sich mit dem Folgen der globalen Krisen bei Nahrungsmittelpreisen, Energie und Schulden befasst (UN Global Crisis Response Group on Food, Energy, and Finance - GCRG). Guterres hatte sie im MĂ€rz 2022 ins Leben gerufen.

@ dpa.de