Trump eskaliert bei Nato-Gipfel Streit mit Spanien
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 12:19 Uhr, dpa.deUS-PrĂ€sident Trump hat den Streit mit Spanien neu angefacht und eine Ende des Handels mit dem EU-Land angekĂŒndigt. «Ich will mit ihnen keinen Handel mehr treiben», sagte Trump bei einer Pressekonferenz beim Nato-Gipfel in Ankara. Trump zeigte sich - wie schon beim Nato-Gipfel im vergangenen Jahr - grundsĂ€tzlich ĂŒber den Kurs von Nato-Partner Spanien verĂ€rgert.Â
Spaniens linker Regierungschef Pedro SĂĄnchez ist einer der schĂ€rfsten europĂ€ischen Kritiker der AuĂen- und MilitĂ€rpolitik Trumps. Als einziges Nato-Land lehnt Spanien die Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf fĂŒnf Prozent des Bruttoinlandsprodukts ab.Â
Sanchez hĂ€lt dagegen: ErfĂŒllen VerpflichtungenÂ
Aus Ankara schrieb SĂĄnchez auf der Plattform X, Spanien werde weiterhin die vom BĂŒndnis geforderten Leistungen erfĂŒllen, ohne den Sozialstaat zu beschneiden. Den amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran hatte er als völkerrechtswidrig bezeichnet und es den US-StreitkrĂ€ften untersagt, gemeinsame MilitĂ€rbasen im SĂŒden Spaniens fĂŒr die Angriffe auf den Iran zu nutzen.Â
Trump: Spanien ist ein furchtbarer PartnerÂ
«Spanien ist ein furchtbarer Partner in der Nato. Sie nehmen nicht teil, sie zahlen nicht», sagte Trump. «Beende allen Handel mit ihnen.» Bei der Pressekonferenz war auch US-Finanzminister Scott Bessent anwesend. Konkrete AnkĂŒndigungen, wie ein solcher Schritt in die Tat umgesetzt werden soll, machte er nicht.
Regierungskreise in Madrid: Trotz allem gelassen bleiben
Auf die neuen Drohungen reagierte Madrid zurĂŒckhaltend. «Spanien nimmt diese ĂuĂerungen gelassen und als ganz normal hin», zitierte die Zeitung «El PaĂs» aus Regierungskreisen. «Unser Land unterhĂ€lt hervorragende soziale, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zu den USA, und wir beabsichtigen nicht, daran etwas zu Ă€ndern», sagte der Regierungsvertreter laut der Zeitung.Â
Dass Spanien ein EU-Land ist, macht Trumps Vorhaben schwierigÂ
Trumps Vorhaben dĂŒrfte nicht leicht umzusetzen sein, da Spanien Mitglied der EuropĂ€ischen Union und des europĂ€ischen Binnenmarktes ist, in dem Waren und Dienstleistungen frei gehandelt werden.
In Handelsfragen haben also die MitgliedslĂ€nder ihre Kompetenzen weitgehend an die EU-Kommission in BrĂŒssel abgegeben, die fĂŒr die Mitgliedsstaaten spricht und verhandelt - auch in Streitfragen wie beispielsweise Zölle.
Sollte Trump wirklich ein Embargo gegen Spanien verhĂ€ngen, könnte die EU in letzter Konsequenz ihr Instrument gegen wirtschaftliche ZwangsmaĂnahmen nutzen. Dieses könnte es ermöglichen, US-Unternehmen von der Vergabe öffentlicher AuftrĂ€ge auszuschlieĂen oder Digitalkonzerne wie Apple, Microsoft, Google, Meta mit Zusatzabgaben zu belegen.
