Selenskyj, Grenzen

Selenskyj: Nur wir dĂŒrfen ĂŒber Grenzen der Ukraine reden

15.04.2025 - 22:09:53

Der US-Sondergesandte Witkoff spricht mit Kremlchef Putin und erzÀhlt dann, wie dicht man an einem Friedensabkommen zur Ukraine sei. Kiew muss ihn daran erinnern, dass eine Frage unverhandelbar ist.

Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj hat die US-UnterhÀndler in den GesprÀchen mit Russland vor unzulÀssigen ZugestÀndnissen bei den besetzten Gebieten der Ukraine gewarnt. «Alle Territorien gehören zum Einheitsstaat Ukraine», sagte der Staatschef bei einer Pressekonferenz mit Nato-GeneralsekretÀr Mark Rutte in der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer. 

Nur das ukrainische Volk entscheide ĂŒber sein Staatsgebiet. «Und Sie wissen, dass dies fĂŒr uns eine rote Linie ist - alle vorĂŒbergehend besetzten Gebiete nicht als ukrainisch, sondern als russisch anzuerkennen», sagte Selenskyj örtlichen Medien zufolge.

«Vertreter reden ĂŒber Dinge jenseits ihrer Kompetenz»

Deshalb redeten die US-Vertreter ĂŒber Dinge jenseits ihrer Kompetenz, sagte er. Dies bezog sich wohl vor allem auf Steve Witkoff, den Sondergesandten von US-PrĂ€sident Donald Trump. Witkoff hatte vergangene Woche in St. Petersburg mit Kremlchef Wladimir Putin gesprochen. Danach sagte er, dass es bei einem Friedensabkommen auch um «die sogenannten fĂŒnf Gebiete» gehen werde. 

Nach der Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2014 hat Russland 2022 auch die ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja zu seinem Staatsgebiet erklĂ€rt. Außer der Krim kontrolliert Russland keines der Gebiete vollstĂ€ndig. Moskaus Auslandsgeheimdienstchef Sergej Naryschkin sagte zuletzt, Kiew mĂŒsse auf diese Territorien verzichten.

Die ukrainische FĂŒhrung spricht nicht mehr - wie noch zu Beginn des Kriegs - davon, dass eine militĂ€rische RĂŒckeroberung der besetzten Gebiete möglich sei. Ein dauerhafter rechtlicher Verzicht steht fĂŒr Kiew aber nicht zur Debatte.

@ dpa.de