Wirtschaftsweiser Truger nennt Trump größtes Konjunkturrisiko
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 02:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Wirtschaftsweise Achim Truger hält es für unwahrscheinlich, dass das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz nur ein kurzes Strohfeuer in der deutschen Wirtschaft entfacht. Stattdessen erwartet er vor allem in der zweiten Jahreshälfte einen deutlichen Anstieg der Investitionen in Autobahnen, Schiene und Rüstung.
Das werde der Konjunktur nach seiner Einschätzung einen klaren und länger anhaltenden Schub geben. Risiken sieht Truger vor allem außerhalb Deutschlands.
Trump als größtes Konjunkturrisiko
Das größte Konjunkturrisiko nennt Truger ausdrücklich beim Namen: US-Präsident Donald Trump. Ein neuer Zollkrieg oder eine Eskalation des Kriegs gegen den Iran könne die deutsche Konjunktur abwürgen, sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.
Die Gefahr komme damit nicht aus dem Sondervermögen selbst, sondern von externen Schocks. Auch einen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt hält Truger für die gesamtdeutsche Wirtschaft eher für begrenzt wirksam, warnt aber vor möglichen Folgen politischer Instabilität.
Exportwirtschaft gewinnt an Gewicht
Positiv bewertet Truger, dass die deutsche Außenhandelswirtschaft stärker als gedacht ist. Nach Jahren ohne Schwung bei den Exporten sei das Wachstum in den ersten beiden Quartalen 2026 überraschend stark von den Ausfuhren getragen worden, auch die Lage der Industrie habe sich verbessert.
Setze sich dieser Trend fort, könnten staatliche Investitionen und Exporte zusammen einen selbsttragenden Aufschwung auslösen. Dann würden auch private Investitionen und der Konsum wieder deutlich anziehen.
Achim Truger stellt das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz als konjunkturellen Impuls dar, der vor allem über zusätzliche Investitionen in Straßen, Schienen und Rüstung wirken soll. Seine Kernaussage zielt darauf, dass daraus nicht nur ein kurzer Nachfrageeffekt entsteht, sondern ein längerer Anstoß für die deutsche Wirtschaft.
Konjunktur zwischen Investitionen und Außenrisiken
Die Einschätzung passt zu einer Phase, in der die deutsche Wirtschaft zugleich auf staatliche Impulse und auf eine stabilere Exportentwicklung angewiesen ist. Gerade weil die Industrie zuvor unter Schwäche gelitten hat, ist die Hoffnung groß, dass öffentliche Ausgaben und bessere Auslandsnachfrage gemeinsam eine breitere Erholung tragen können.
Politische Unsicherheit bleibt ein Faktor
Truger verweist zugleich auf externe Risiken, die eine beginnende Belebung wieder abbremsen könnten. Im Mittelpunkt steht dabei die US-Handelspolitik, während er innenpolitische Folgen eines AfD-Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt für die gesamtdeutsche Wirtschaft für begrenzt hält, sofern daraus keine bundespolitische Instabilität erwächst.
Für die Einordnung wichtig ist damit vor allem die Kombination aus zwei Kräften: einem staatlich gestützten Investitionsschub und einer Exporterholung auf der einen Seite, sowie geopolitischen und handelspolitischen Störungen auf der anderen. Für Unternehmen und Märkte bleibt entscheidend, ob sich aus dem Zusammenspiel tatsächlich ein tragfähiger Aufschwung entwickelt oder ob neue Schocks die Dynamik wieder bremsen.
