Frank-Walter Steinmeier, Deutschland

Deutschland und Kasachstan wollen engere Beziehungen

20.06.2023 - 12:03:01

Deutschland nimmt Zentralasien zunehmend als interessante Region wahr. Beim Staatsbesuch des BundesprÀsidenten in Kasachstan ist viel von verstÀrkter Kooperation die Rede.

  • BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier wird am Nursultan-Nasarbajew-Flughafen in der Republik Kasachstan begrĂŒĂŸt. - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

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  • BundesprĂ€sident Steinmeier besichtigt im Nationalmuseum die Nachbildung des bei Ausgrabungen gefunden «Goldenen Mannes». - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

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BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier wird am Nursultan-Nasarbajew-Flughafen in der Republik Kasachstan begrĂŒĂŸt. - Foto: Jens BĂŒttner/dpaBundesprĂ€sident Steinmeier besichtigt im Nationalmuseum die Nachbildung des bei Ausgrabungen gefunden «Goldenen Mannes». - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

Deutschland und Kasachstan wollen ihre Beziehungen umfassend ausbauen. Das haben BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier und der kasachische PrĂ€sident Kassym-Schomart Tokajew am Dienstag vereinbart. «Wir wollen noch mehr und engere Partnerschaft mit Kasachstan und den Staaten Zentralasiens», sagte Steinmeier in der Hauptstadt Astana zum Beginn eines zweitĂ€gigen Staatsbesuchs. Tokajew Ă€ußerte die Hoffnung, «dass unsere Zusammenarbeit ein neues Niveau erreicht». Am Rande des Besuchs wurden regelmĂ€ĂŸige Erdöllieferungen fĂŒr die Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt vereinbart.

«Kasachstan ist fĂŒr uns in Deutschland SchlĂŒsselpartner in der zentralasiatischen Region. Und das meine ich politisch, kulturell und natĂŒrlich auch wirtschaftlich», sagte Steinmeier.

Tokajew nannte Deutschland einen «sehr zuverlĂ€ssigen Partner» in vielen Bereichen. Er wies darauf hin, dass 83 Prozent des deutschen Handelsvolumens mit den zentralasiatischen Staaten auf Kasachstan entfielen. Sein Land wiederum liefere Energie und Rohstoffe fĂŒr die deutsche Wirtschaft und sei einer der vier wichtigsten Öllieferanten fĂŒr Deutschland. «Unsere Volkswirtschaften ergĂ€nzen sich gegenseitig in vielerlei Hinsicht», sagte Tokajew.

«Gute Nachricht» fĂŒr Energiesicherheit

Die Vereinbarung fĂŒr die Raffinerie PCK in Schwedt sieht vor, dass Kasachstan bis Ende 2024 monatlich 100.000 Tonnen Rohöl liefert. Dies erhöht deren Auslastung nach deutschen Angaben um zehn Prozentpunkte. «Das ist eine gute Nachricht fĂŒr Schwedt und eine gute Nachricht fĂŒr die Energiesicherheit in Deutschland», sagte Steinmeier. Bis Ende 2022 verarbeitete die Raffinerie hauptsĂ€chlich Rohöl aus Russland, nun sucht sie neue Lieferanten.

Kasachstan besitzt große Vorkommen an Öl und Gas sowie an Rohstoffen wie Seltenen Erden. Es gilt nicht zuletzt wegen der Weite des Landes auch als guter Standort fĂŒr Windkraft- und Solaranlagen. Kasachstan ist von der FlĂ€che her fast acht Mal so groß wie Deutschland, zĂ€hlt aber mit gut 19 Millionen Menschen nicht einmal ein Viertel der Einwohner. Die gemeinsame Grenze mit Russland ist rund 7600 Kilometer lang, die mit China fast 1800 Kilometer.

Pressefreiheit wird nicht groß geschrieben

Das Land wird autoritÀr regiert. Internationale Beobachter sehen MÀngel bei der Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit. So steht Kasachstan zum Beispiel auf der Rangliste der Pressefreiheit 2023 der Organisation Reporter ohne Grenzen auf Platz 134 von 180 Staaten. Zum Vergleich: Deutschland belegt Platz 21.

Der zentralasiatische Staat steht auch im Verdacht, die gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges verhĂ€ngten EU-Sanktionen zu umgehen. Das war auch Thema beim GesprĂ€ch der beiden PrĂ€sidenten. Steinmeier betonte anschließend: «Wir mĂŒssen alle Anstrengungen unternehmen, um die Aushebelung der Sanktionen zu verhindern.» Tokajew versicherte: «Wir halten uns an die Sanktionen.»

Unterschiedliche EinschĂ€tzungen wurden hinsichtlich der Beendigung des Krieges in der Ukraine sichtbar. Tokajew plĂ€dierte fĂŒr einen möglichst schnellen Waffenstillstand und sagte, «dass ein schlechter Frieden besser ist als ein guter Krieg». Steinmeier betonte, Ziel mĂŒsse ein «gerechter Friede» sein, der SouverĂ€nitĂ€t und IntegritĂ€t der Ukraine wahre. «Davon sind wir nach Lage der Dinge entfernt.»

@ dpa.de