Ausland, Frankreich

SchĂ€uble hat VerstĂ€ndnis fĂŒr Macron-Absage

02.07.2023 - 00:04:06

Die Absage des Staatsbesuchs von Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron hat nach EinschÀtzung von Ex-BundestagsprÀsident Wolfgang SchÀuble (CDU) keine Auswirkungen auf die deutsch-französischen Beziehungen.

"Die Entscheidung ist angesichts der Unruhen in Frankreich verstÀndlich", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Sonntagsausgabe). "Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland sind auf allen Ebenen so eng, dass der Ausfall des Staatsbesuchs kein Drama ist."

Der wĂ€re eine Gelegenheit fĂŒr Deutschland und Frankreich gewesen, sich gegenseitig ĂŒber ihr VerhĂ€ltnis zu vergewissern. PrĂ€sident Macron und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sĂ€hen sich aber ohnehin nahezu wöchentlich. SchĂ€uble rief beide LĂ€nder dazu auf, inhaltliche Konflikte wie in den vergangenen Jahren zu vermeiden. "Ich finde nicht, dass solche Verstimmungen normal sein sollten", sagte er. "Deutschland und Frankreich sind die engsten Partner in Europa, mit einer besonderen gemeinsamen Verantwortung. In der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik kommt beiden LĂ€ndern eine FĂŒhrungsrolle zu." Angesichts des Angriffs Russlands auf die Ukraine gelte das mehr denn je. "Deswegen stört es, wenn der Eindruck entsteht, dass die Regierungen in wichtigen Fragen nicht ĂŒbereinstimmen", sagte der CDU-Politiker. So wĂ€re es gut gewesen, wenn Scholz den Vorschlag Macrons aufgenommen hĂ€tte, gemeinsam nach China zu fahren. "Ein gemeinsamer Auftritt wĂ€re ein starkes europĂ€isches Zeichen gewesen", sagte SchĂ€uble. Auch in der Regierungszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe es VersĂ€umnisse gegeben: "Es wĂ€re nötig gewesen, dass Macron auf seine Rede an der Sorbonne 2017 aus Deutschland eine ausreichende Antwort bekommen hĂ€tte", sagte SchĂ€uble. In der Rede habe Macron deutlich gemacht, "wie sehr er fĂŒr Europa brennt".

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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