Höchste Alarmstufe beim Zustand des Weltklimas
11.11.2024 - 10:15:36Die Vereinten Nationen verhĂ€ngen angesichts der Wucht des Klimawandels innerhalb einer einzigen Generation erneut die höchste Alarmstufe. Dies teilte die Weltwetterorganisation (WMO) bei der Vorstellung ihres Berichts ĂŒber den Zustand des Weltklimas 2024 mit.Â
2024 auf Rekordkurs
Die globale Durchschnittstemperatur habe von Januar bis September dieses Jahres bei der Rekordmarke von 1,54 Grad ĂŒber dem vorindustriellen Niveau (1850-1900) gelegen, berichtet die WMO auf der Weltklimakonferenz in Baku in Aserbaidschan. Klimaforscher rechnen kaum damit, dass sich daran bis Jahresende noch viel Ă€ndert. Dass 2024 das wĂ€rmste Jahr seit gewesen sein dĂŒrfte, hatte schon der EU-Klimawandeldienst Copernicus berichtet. Die WMO wertet fĂŒr ihre Prognosen dessen Daten und die von fĂŒnf weiteren Instituten aus.Â
Bislang war 2023 das wĂ€rmste Jahr seit der Industrialisierung (1850-1900), mit einer globalen Durchschnittstemperatur von plus 1,48 Grad. Weil die Treibhausgaskonzentration in der AtmosphĂ€re weiter steigt, dĂŒrfte der Klimawandel sich mit höheren Temperaturen, steigendem Meeresspiegel, mehr DĂŒrren und WaldbrĂ€nden und Extremwetter weiter beschleunigen, so die WMO.Â
1,5-Grad-Ziel noch nicht verfehltÂ
Das weltweite Ziel, die ErwĂ€rmung möglichst unter 1,5 Grad zu halten, um die schlimmsten Klimawandelfolgen abzuhalten, ist mit einem Jahr mit ĂŒber 1,5 Grad ErwĂ€rmung noch nicht verfehlt. DafĂŒr gibt zu viele kurzfristige natĂŒrliche EinflĂŒsse auf das Klima, so die WMO. Dazu gehört etwa das alle paar Jahre spĂŒrbare PhĂ€nomen El Niño, das 2023 und Anfang 2024 noch einen wĂ€rmenden Effekt hatte.Â
FĂŒr das Ziel wird ein Durchschnittswert ĂŒber mindestens zwei Jahrzehnte angesetzt. Im langjĂ€hrigen Mittel liege die ErwĂ€rmung nach Beurteilung von WMO-Experten zurzeit bei etwa 1,3 Grad ĂŒber vorindustriellem Niveau.Â
Vorgeschmack auf die Zukunft
«Die rekordverdĂ€chtigen RegenfĂ€lle und Ăberschwemmungen, die WirbelstĂŒrme, die plötzlich rapide gefĂ€hrlicher werden, die tödliche Hitze, die unerbittliche DĂŒrre und die schlimmen WaldbrĂ€nde, die wir in diesem Jahr in verschiedenen Teilen der Welt erlebt haben, sind leider ein Vorgeschmack auf unsere Zukunft», sagte WMO-GeneralsekretĂ€rin Celeste Saulo.Â
Die Zehn-Jahres-Periode 2015 bis 2024 sei die wÀrmste Dekade seit Beginn der Beobachtungen vor 175 Jahren gewesen, so die WMO. Ozeane seien im vergangenen Jahr im Durchschnitt so warm gewesen wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. VorlÀufige Daten deuteten darauf hin, dass die Temperaturen in diesem Jahr Àhnlich hoch lagen. 90 Prozent der Energie der Erde werde in den Ozeanen gespeichert. Die ErwÀrmung sei eine VerÀnderung, die auf hunderte bis tausende Jahre unumkehrbar sei.
Der Meeresspiegel sei wegen der Ausdehnung des wÀrmeren Wassers und der Eisschmelze von 2014 bis 2023 um 4,77 Millimeter pro Jahr gestiegen, mehr als doppelt so schnell wie 1993 bis 2002. Im vergangenen Jahr hÀtten die Gletscher weltweit mehr Eis verloren als in jedem anderen Jahr seit Beginn der Messungen 1953.
Die ErwÀrmung der Ozeane die Gletscherschmelze und der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigten sich und Extremwetter richteten verheerende SchÀden an.









