USA, Israel

Bericht: Drohnen des US-MilitĂ€rs kreisen ĂŒber Gazastreifen

25.10.2025 - 04:02:54

Die Angaben des israelischen MilitÀrs reichen den Amerikanern offenbar nicht. Stattdessen scheinen sie eigene Luftaufnahmen zu machen, um die Einhaltung der Waffenruhe mit der Hamas zu kontrollieren.

Um die Einhaltung der Waffenruhe zwischen Israel und der palĂ€stinensischen Terrororganisation Hamas zu ĂŒberwachen, setzt das US-MilitĂ€r einem Bericht zufolge seit Kurzem eigene Drohnen ĂŒber dem Gazastreifen ein. Mit EinverstĂ€ndnis der Israelis wĂŒrden Luftaufnahmen von AktivitĂ€ten am Boden gemacht, schreibt die «New York Times» unter Berufung auf israelische und amerikanische MilitĂ€rquellen. Der Drohneneinsatz unterstĂŒtzt demnach das mit Zivilisten und MilitĂ€rvertretern besetzte Koordinationszentrum im SĂŒden Israels, das seit vergangener Woche die Einhaltung der Waffenruhe kontrollieren und sich mit humanitĂ€rer und logistischer Hilfe fĂŒr die Menschen im Gazastreifen befassen soll.

Die USA haben die Waffenruhe zusammen mit Katar und Ägypten vermittelt. Sie nehmen derzeit in der Region eine Koordinatorenrolle ein und sind der wichtigste VerbĂŒndete Israels. Der Zeitungsbericht legt allerdings nahe, dass sich die Amerikaner mit Hilfe der Drohnen lieber ein eigenes Bild der Lage machen wollen, anstatt sich primĂ€r auf die Erkenntnisse der Israelis zu stĂŒtzen. Im Zuge des immer weiter eskalierten Gaza-Kriegs waren wiederholt Unstimmigkeiten zwischen den Regierungen der beiden LĂ€nder aufgetreten.

«Sehr ĂŒbergriffige Form der Überwachung»

Auf Anfrage der «New York Times» Ă€ußerten sich weder das US-Verteidigungsministerium noch das israelische MilitĂ€r zu den Recherchen des Blattes. Hinter vorgehaltener Hand sollen israelische Regierungsvertreter den Drohneneinsatz aber als ziemlich ungewöhnlich bezeichnet haben. Zudem wurden US-Regierungsquellen zitiert, die diese Woche Zweifel daran geĂ€ußert hĂ€tten, ob Israel wirklich alle Absprachen zur Beendigung des Gaza-Kriegs respektieren und die fragile Waffenruhe einhalten wird.

Ein frĂŒherer US-Diplomat Ă€ußerte sich noch deutlicher zu dem Drohneneinsatz. «Das ist eine sehr ĂŒbergriffige Form der amerikanischen Überwachung an einer Front, wo die Israelis eine konkrete Bedrohung sehen», sagte der zu Zeiten von PrĂ€sident Barack Obama in Israel stationierte US-Botschafter Daniel B. Shapiro der Zeitung. «Wenn es uneingeschrĂ€nkte Transparenz und uneingeschrĂ€nktes Vertrauen zwischen Israel und den USA gĂ€be, wĂ€re das nicht nötig.» Offensichtlich wolle die US-Regierung aber «jegliche Möglichkeit etwaiger MissverstĂ€ndnisse ausrĂ€umen».

@ dpa.de