Merz und Co. sprechen mit Selenskyj ĂŒber Europas Rolle
22.05.2026 - 19:58:30 | dpa.de
Die wichtigsten europĂ€ischen VerbĂŒndeten der Ukraine haben mit PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj darĂŒber beraten, wie die stockenden BemĂŒhungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs wieder in Gang gebracht werden können. Im Mittelpunkt der Videoschalte mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer habe die Frage gestanden, «wie die Friedensdiplomatie wiederbelebt werden kann und wie Europa dabei eine Rolle spielen kann», teilte Selenskyj anschlieĂend in den sozialen Netzwerken mit. Einzelheiten nannte er nicht.Â
Ein Sprecher Starmers, der Ausrichter der Schalte war, bekrĂ€ftigte die UnterstĂŒtzung der EuropĂ€er fĂŒr den Abwehrkampf der Ukraine. Sie werde «in den kommenden Monaten noch verstĂ€rkt» werden, hieĂ es in einer Mitteilung. Man sei sich einig gewesen, «dass es fĂŒr die Sicherheit in Europa und weltweit nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist, der russischen Aggression die Stirn zu bieten».
Erstes SpitzengesprÀch dieser Art seit langem
Es war das erste SpitzengesprĂ€ch in diesem Format seit langem. Die BemĂŒhungen um ein Ende des seit mehr als vier Jahren dauernden russischen Angriffskriegs lagen in den vergangenen Wochen auf Eis. Die USA, die sich nicht primĂ€r als VerbĂŒndete der Ukraine sehen, sondern als Vermittler, sind seit Ende Februar durch den Iran-Krieg abgelenkt.Â
Die europĂ€ischen VerbĂŒndeten Kiews waren an den GesprĂ€chen zwischen der Ukraine und Russland unter Vermittlung der USA noch gar nicht direkt beteiligt. Alle BemĂŒhungen der sogenannten E3 (Deutschland, Frankreich und GroĂbritannien), mit an den Tisch zu kommen, waren bisher vergeblich.Â
Putin brachte Schröder als UnterhÀndler ins Spiel
Der russische PrÀsident Wladimir Putin hatte sich zuletzt zur Einbindung der EuropÀer bereit erklÀrt, gleichzeitig aber Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder als UnterhÀndler ins Spiel gebracht - mit dem er seit vielen Jahren befreundet ist. Das wurde auf europÀischer Seite von vielen als «vergiftetes Angebot» gewertet.
Aber auch Selenskyj hatte sich Anfang der Woche nach einem GesprĂ€ch mit EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa fĂŒr «eine starke Stimme und PrĂ€senz» Europas im Verhandlungsprozess ausgesprochen. «Es lohnt sich zu klĂ€ren, wer Europa konkret vertreten wird», schrieb er auf X.
Weitere GesprÀche der E3 mit der Ukraine geplant
So weit ist man auf europĂ€ischer Seite aber noch nicht. ZunĂ€chst werden nun die E3 weiter mit der Ukraine sprechen. Selenskyj kĂŒndigte ein Treffen der Sicherheitsberater der vier LĂ€nder an. Der britische Regierungssprecher stellte ein weiteres GesprĂ€ch auf Spitzenebene in Aussicht. «Sie haben vereinbart, bald wieder miteinander zu sprechen», hieĂ es in seiner ErklĂ€rung.
Auch Geschehen auf dem Schlachtfeld Thema
In dem GesprĂ€ch ging es aber auch um die Geschehen auf dem Schlachtfeld. Selenskyj schrieb dazu: «Alle Partner stellen fest, dass die Position der Ukraine deutlich gestĂ€rkt ist â sowohl auf dem Schlachtfeld als auch bei unseren Langstrecken-Operationen». Damit meint er vor allem die SchlĂ€ge mit Langstrecken-Drohnen, die Ziele tief im russischen Hinterland treffen, darunter in erster Linie Anlagen der russischen Ălindustrie, die fĂŒr Moskaus Kriegsfinanzierung wichtig sind.Â
Er habe die Staats- und Regierungschefs auch ĂŒber russische PlĂ€ne informiert â in Bezug auf die Ukraine, Belarus und andere Richtungen in Europa, teilte der ukrainische PrĂ€sident weiter mit. Was er damit genau meint, bleib offen. «Unsere Teams werden auf Geheimdienstebene detailliertere verfĂŒgbare Informationen austauschen», schrieb Selenskyj. «Wir tun alles, um echten Frieden zu gewĂ€hrleisten.»
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