Ausland, Serbien

Serbiens Botschafterin warnt vor Eskalation in Nordkosovo

01.06.2023 - 21:32:03 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Botschafterin Serbiens in Deutschland, Snezana Jankovic, hat vor einer Eskalation der Lage im Nordkosovo gewarnt.

Serbien und Kosovo - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

"Wir sind jetzt in einer sehr gefĂ€hrlichen Situation im Kosovo, die niemand zu 100 Prozent kontrollieren kann", sagte sie dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Der Versuch der Regierung in Pristina, die von 3,5 Prozent der Stimmberechtigten gewĂ€hlten albanischen GemeindebĂŒrgermeister mit bewaffneter Polizei in ihren Ämtern in den RathĂ€usern zu installieren, löst große Emotionen aus", fĂŒgte sie hinzu.

FĂŒr eine Deeskalation brauche es "auch die Einsicht in Pristina", dass diese BĂŒrgermeister dort nicht arbeiten könnten und dass man die bewaffneten SpezialkrĂ€fte wieder abziehen mĂŒsse. Seit Tagen protestieren Serben vor GemeindeĂ€mtern gegen die neuen BĂŒrgermeister, deren Wahl von der serbischen Mehrheit im Norden Kosovos vollstĂ€ndig boykottiert worden war. Als Grund nannte die Botschafterin, dass die Serben seit zehn Jahren auf die Umsetzung des BrĂŒsseler Abkommens von 2013 warteten, das vorsieht, im Nordkosovo einen serbischen Gemeindeverbund zu bilden. "Die Assoziation von serbischen Gemeinden wĂŒrde eine gewisse Autonomie gewĂ€hrleisten, was Kultur, Bildung, wirtschaftliche Entwicklung oder Gesundheitswesen betrifft; obwohl Pristina dieses Abkommen unterschrieben hat, ist es bis heute nicht umgesetzt", kritisierte Jankovic. Die Diplomatin bekrĂ€ftigte, die albanischen Kommunalpolitiker hĂ€tten keine LegitimitĂ€t. "97 Prozent der serbischen Bevölkerung - wir sprechen hier ĂŒber etwa 45.000 Menschen - haben nicht abgestimmt. Sie verlangen, dass diese BĂŒrgermeister wieder abgezogen werden", so die Botschafterin. Mit Blick auf die kosovarische Zentralregierung unter Premierminister Kurti in Pristina forderte sie: "Als ersten Schritt verlangen wir von Albin Kurti, die PolizeikrĂ€fte im Nordkosovo abzuziehen und dass die BĂŒrgermeister die Gemeindezentren verlassen." Das sei notwendig, um die Situation schnell zu entschĂ€rfen. Nach Aussage der Diplomatin wird "der Versuch, diese BĂŒrgermeister zu installieren", nun auch "vonseiten des Westens verurteilt": "Die USA haben beschlossen, dieses Verhalten Pristinas auf irgendeine Weise zu sanktionieren." Man spĂŒre seit einiger Zeit, dass Deutschland, Frankreich und die gesamte EU Druck auf Pristina ausĂŒbten, den serbischen Gemeindeverbund zuzulassen. Die serbische Bevölkerung sei nicht bereit, noch weitere zehn Jahre darauf zu warten. Die Menschen wĂŒrden etwas verlangen, was ihnen 2013 versprochen worden sei. Zum Vorwurf aus Pristina, die schweren ZusammenstĂ¶ĂŸen am Montag zwischen Serben und der Nato-Schutztruppe KFOR mit 80 Verletzten seien von "Belgrad inszeniert" und serbische GewalttĂ€ter nach Nordkosovo entsandt worden, sagte Jankovic: "Das ist natĂŒrlich nicht wahr, es ist eine alte Taktik von Pristina, zu sagen, alle Serben im Nordkosovo sind Kriminelle und GewalttĂ€ter." TatsĂ€chlich gehe es hier darum, dass die serbische Bevölkerung in Nordkosovo unter stĂ€ndigen Bedrohungen lebe. Seit Amtsantritt von Kurti als kosovarischer Premierminister im MĂ€rz 2021 habe es mehr als 350 ethnisch motivierte VorfĂ€lle gegen die Serben im Nordkosovo gegeben. Unter den Demonstranten seien "ganz normale Menschen" wie Krankenschwestern, LehrkrĂ€fte und Angestellte der Gemeinden, die fĂŒr ihre Rechte kĂ€mpften. Unterdessen haben sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron am Donnerstag fĂŒr Neuwahlen in der Region ausgesprochen. Diese sollten "baldmöglichst" und mit einer "klaren Wahlbeteiligung" der serbischen Bevölkerung stattfinden.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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