Deutschland dringt auf friedliche Lösung in Niger
14.08.2023 - 07:01:50"Der Protest gegen den Putsch im Niger darf nicht bedeuten, einen Krieg auszurufen", sagte Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) kurz vor einer mehrtĂ€gigen Reise in die Sahel-Region der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung". Es gebe zahlreiche Möglichkeiten, "sich anders anzunĂ€hern, etwa dass es bald zu ordnungsgemĂ€Ăen Neuwahlen kommt oder dass der legitime PrĂ€sident Bazoum nicht lĂ€nger festgehalten wird und nicht zu Schaden kommt".
Der westafrikanische Staatenverbund Ecowas hatte vergangene Woche bekrĂ€ftigt, das GesprĂ€ch mit den neuen nigrischen Machthabern zu suchen. Zugleich wurde die sofortige Aufstellung einer militĂ€rischen Eingreiftruppe beschlossen fĂŒr den Fall, dass es zu keiner AnnĂ€herung kommt. Die EU und Deutschland begrĂŒĂten die ErklĂ€rung, andere LĂ€nder stellten sich an die Seite des Niger. Schulze hob hervor, dass es sich "um einen eher ungewöhnlichen Putsch" handele. "Es ist zum Beispiel noch niemand ums Leben gekommen. Das erleichtert die Suche nach diplomatischen Auswegen, die definitiv möglich sind." Die Ministerin verwies auf betrĂ€chtliche Auswirkungen der Sanktionen gegen Niger, etwa im Bereich Nahrungsmittel und Stromversorgung. "Deshalb setze ich darauf, dass die, die geputscht haben, auch ihrerseits ein Interesse an einer friedlichen Einigung haben", sagte Schulze, die von Montag an fĂŒr mehrtĂ€gige politische GesprĂ€che die Region besucht.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


