Ausland, DĂ€nemark

Bericht: DĂ€nemark wurde nicht vor Nord-Stream-Anschlag gewarnt

30.06.2023 - 07:16:18

Die dÀnische Regierung hat wohl im Vorfeld des Anschlags auf die Nord-Stream-Pipelines keine Vorabinformation durch die US-Regierung oder ihr unterstehende Sicherheitsbehörden bekommen.

Das berichtet RTL unter Berufung auf geheime Regierungspapiere. "Der dÀnische MilitÀrgeheimdienst hatte vorab keinerlei Informationen zu dem Vorfall", steht demnach in dem Papier, "arbeitet aber jetzt mit allen Partnern zusammen."

Das Schreiben, ĂŒber das auch die dĂ€nische Zeitung Ekstra Bladet berichtet, datiert von Ende Oktober 2022 und stammt aus dem dĂ€nischen Verteidigungsministerium. Die Information ist nicht offen zugĂ€nglich und als "vertraulich" eingestuft, heißt es weiter. Mehrere Medien hatten kĂŒrzlich darĂŒber berichtet, dass der US-Geheimdienst CIA ĂŒber den niederlĂ€ndischen Geheimdienst vorab ĂŒber einen geplanten Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines informiert worden sei. Über den "bevorstehenden Angriff" hĂ€tten die Amerikaner auch westliche Partner informiert, darunter die Bundesregierung. Laut dem Bericht stimmt dies zumindest fĂŒr DĂ€nemark nicht. Das Land, das am nĂ€chsten von allen Nato-Partnern an beiden Explosionsstellen liegt und in dessen 200-Meilenzone große Strecken der Nord-Stream-Pipelines verlaufen, wusste demnach nichts von einer geplanten Attacke. Dies sollen auch Sicherheitskreise in Kopenhagen bestĂ€tigt haben. Der ehemalige dĂ€nische Geheimdienstmitarbeiter Jacob Kaarsbo stellte gegenĂŒber RTL und Ekstra Bladet die QualitĂ€t der angeblichen CIA-Informationen infrage: "Wenn es sich um validiertes Material gehandelt hĂ€tte, bei dem man wirklich glaubte, dass jemand in der NĂ€he von Bornholm etwas unternehmen wĂŒrde, dann bin ich sicher, dass es DĂ€nemark mitgeteilt worden wĂ€re", so der Sicherheitsexperte. "Mein Eindruck ist, dass hier etwas nicht ganz stimmte."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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