SPD-Politiker kritisieren EU-Handelsdeal mit den USA
28.07.2025 - 16:05:03"Der Deal zeigt, in welcher schwachen Position die EuropĂ€ische Union gerade im internationalen Welthandel ist", sagte Sebastian Roloff dem "Spiegel". Zwar seien die Erleichterungen im Vergleich zu Trumps angedrohten Zöllen zu begrĂŒĂen. "Insbesondere in den Bereichen Stahl und Pharma ist der Status quo der Verhandlungen mit Trump allerdings sehr schwer verdaulich", so Roloff. "Hier muss bei nĂ€chster Gelegenheit nachgearbeitet werden." Die PrĂ€sidentin des Verbandes der Automobilindustrie, Hildegard MĂŒller, sieht den zwischen der EU und den USA ausgehandelten Deal zu Autozöllen als "Verbesserung der aktuellen Lage", warnt jedoch vor gravierenden Folgen fĂŒr die KonkurrenzfĂ€higkeit der europĂ€ischen Industrie. "Die deutsche Autoindustrie zahlt ja bereits seit April erheblich höhere Zölle, nĂ€mlich 27,5 Prozent. Insofern ist der jetzige Deal eine Verbesserung der aktuellen Lage. Aber in der Summe bleibt natĂŒrlich, dass die europĂ€ische Wirtschaft mit Milliarden belastet werden wird", sagte MĂŒller am Montag den Sendern RTL und ntv. Besonders kritisch sieht sie die Auswirkungen auf Investitionen und Verbraucher. "Das trifft die deutsche Automobilindustrie inmitten der gröĂten Transformation auf dem Weg zur klimaneutralen und digitalen MobilitĂ€t", so MĂŒller. Zur Sorge um ArbeitsplĂ€tze angesichts der aktuellen Entwicklung sagte MĂŒller: "Das ist kein Tag mit guten Nachrichten fĂŒr die deutsche, fĂŒr die europĂ€ische, fĂŒr die Exportwirtschaft. Der Deal wird weiterhin die Unternehmen belasten, unter Druck setzen." Auch fĂŒr US-Konsumenten sei der Deal eine schlechte Nachricht, da sich die Zölle am Ende in höheren Preisen niederschlagen wĂŒrden. "Der amerikanische Verbraucher geht mit Schaden aus dieser Veranstaltung." Die PrĂ€sidentin drĂ€ngte auf politische Reformen: "FĂŒr uns ist jetzt ganz, ganz wichtig, dass die EuropĂ€ische Union endlich alles tut, was die WettbewerbsfĂ€higkeit Europas stĂ€rkt. Das heiĂt, die eigenen Hausaufgaben zu machen - vor dem Hintergrund dieses Deals umso wichtiger." Zur Ăffnung des EU-Markts fĂŒr US-Autos Ă€uĂerte sich MĂŒller differenziert: "Zwei Drittel der Autos, die aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland importiert werden, sind von deutschen Herstellern. Insofern ist das jetzt keine schlechte Nachricht, aber in der Summe bleibt es eine erhebliche Belastung fĂŒr den Handel". Auch eine mögliche Verlagerung der Produktion in die USA sei nicht auszuschlieĂen, sei aber nur ein Symptom tieferliegender Probleme: "Die Zölle sind nur die Spitze eines Eisberges in der mangelnden WettbewerbsfĂ€higkeit der EuropĂ€ischen Union. Die Energiekosten sind zu hoch, die Arbeitskosten, die Steuern und Abgaben, die Regulierung und vieles andere mehr", sagte die Lobbyistin.


