Geld, Ukraine

EU schickt neues Geld in die Ukraine, Russland neue Raketen

10.10.2024 - 04:55:36 | dpa.de

Die EU macht den Weg fĂŒr Milliardenhilfen an die Ukraine frei. Deren PrĂ€sident Selenskyj wird in Großbritannien, Frankreich und Deutschland erwartet. Russland attackiert erneut eine Stadt mit Raketen.

  • Wolodymyr Selenskyj wird am Freitag zu GesprĂ€chen in Berlin erwartet - auch bei Kanzler Olaf Scholz (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa
    Wolodymyr Selenskyj wird am Freitag zu GesprÀchen in Berlin erwartet - auch bei Kanzler Olaf Scholz (Archivbild) - Foto: Michael Kappeler/dpa
  • Die Hafenstadt Odessa wird von Russland immer wieder mit Drohnen und Raketen beschossen (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
    Die Hafenstadt Odessa wird von Russland immer wieder mit Drohnen und Raketen beschossen (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
'.$caption.' '.$caption.'

Die EU-Staaten haben neue Finanzhilfen zugunsten der Ukraine organisiert. Eine in BrĂŒssel erzielte Grundsatzeinigung sieht vor, fĂŒr das von Russland angegriffene Land ein Darlehen von bis zu 35 Milliarden Euro zu arrangieren, wie die Vertretung der Mitgliedstaaten mitteilte. Dieses soll dann mit ZinsertrĂ€gen aus eingefrorenen Vermögenswerten der russischen Zentralbank zurĂŒckgezahlt werden.

Das Geld soll Teil eines noch grĂ¶ĂŸeren UnterstĂŒtzungspakets werden, das im Sommer von der Gruppe der großen westlichen Industriestaaten (G7) beschlossen worden war. Es sieht mit russischen Geldern finanzierte Darlehen in Höhe von bis zu 50 Milliarden US-Dollar (ca. 46 Mrd. Euro) vor.

Im Rahmen der von der EU gegen Russland verhĂ€ngten Sanktionen sind seit Februar 2022 rund 210 Milliarden Euro an Vermögenswerten der russischen Zentralbank eingefroren worden. Die außerordentlichen Zinseinnahmen daraus werden derzeit auf bis zu 2,5 bis 3 Milliarden Euro pro Jahr geschĂ€tzt. In der EU liegt der Großteil der weltweit immobilisierten Vermögenswerte.

Selenskyj tourt quer durch Europa

US-PrĂ€sident Joe Biden verschob wegen des Hurrikans «Milton», der den SĂŒdosten der USA bedroht, seine Reise nach Deutschland, wo unter anderem ĂŒber die weitere Hilfe fĂŒr die Ukraine beraten werden sollte. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj kommt aber trotzdem nach Berlin. In der Nacht zum Donnerstag flog er von Dubrovnik zunĂ€chst einmal Richtung Großbritannien. In Kroatien hatte er zuvor an einem Gipfel der Balkanstaaten teilgenommen. 

Zwölf sĂŒdosteuropĂ€ische Staaten und die TĂŒrkei einigten sich dort darauf, dass ein RĂŒckzug Russlands aus allen besetzten Gebieten in der Ukraine Bedingung fĂŒr einen Frieden sei. Sie sprachen sich fĂŒr den Friedensplan Selenskyjs aus sowie fĂŒr eine Aufnahme der Ukraine in die Nato. Das geht aus der AbschlusserklĂ€rung des Gipfeltreffens hervor.

Erst Starmer und Macron, dann Scholz und Steinmeier

Der britische Premier Keir Starmer empfÀngt Selenskyj dann heute in London, zudem ist ein GesprÀch mit dem neuen Nato-GeneralsekretÀr Mark Rutte geplant, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Es werde um breit angelegte strategische Diskussionen wÀhrend dieser wichtigen Zeit gehen, zitierte PA einen Regierungssprecher.

SpĂ€ter am Tag wird der ukrainische PrĂ€sident in Paris bei Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron erwartet. Im ÉlysĂ©epalast dĂŒrfte es Selenskyj um weitere militĂ€rische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Abwehr des russischen Angriffskriegs gehen. Erst am Mittwoch hatte Frankreich die bereits zugesagte Lieferung von Mirage-Kampfjets fĂŒr das erste Quartal 2025 in Aussicht gestellt. Die Ausbildung von ukrainischen Piloten und Mechanikern fĂŒr die Maschinen lĂ€uft bereits in Frankreich.

Am Freitag reist Selenskyj dann zu Bundeskanzler Olaf Scholz und BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier nach Berlin. Die separaten Reisen von Selenskyj nach London, Paris und Berlin folgen auf die Verschiebung des großen Ukraine-SolidaritĂ€tsgipfels in Ramstein, der eigentlich am Samstag geplant war.

Sechs Tote bei russischem Raketenangriff auf Odessa

Die Ukraine steht an der Front schwer unter Druck. Im Osten des Landes rĂŒcken russische Truppen langsam weiter vor. Zugleich hĂ€lt auch der Beschuss von StĂ€dten und zivilen Objekten im Hinterland unvermindert an. So kamen bei einem russischen Raketenangriff auf die sĂŒdukrainische Hafenstadt Odessa am spĂ€ten Abend mindestens sechs Menschen nach Behördenangaben ums Leben. Elf weitere wurden verletzt, sieben davon schwer. «Ziel des Feindes war erneut die Hafeninfrastruktur», schrieb der MilitĂ€rgouverneur der Region, Oleh Kiper, auf Telegram. Seinen Angaben nach wurde ein ziviler Containerfrachter unter der Flagge Panamas getroffen. Die Opfer sind ukrainische StaatsbĂŒrger.

Nach Angaben Kipers ist es bereits der dritte Angriff auf ein ziviles Schiff innerhalb der letzten vier Tage. Damit versuche Russland, den von der Ukraine eingerichteten Getreidekorridor zu blockieren. Bereits zu Beginn seines Angriffskriegs riegelte Russland die ukrainischen SeehĂ€fen ab. Wegen der Bedeutung der Ukraine fĂŒr den weltweiten Agrarmarkt einigten sich beide LĂ€nder fĂŒr eine begrenzte Zeit auf die Einrichtung eines Getreidekorridors. Im Juli 2023 ließ Moskau die Abmachung auslaufen. SpĂ€ter organisierte Kiew selbst eine Seeroute - auch durch die Vertreibung russischer Kriegsschiffe aus dem westlichen Schwarzmeer.

Ukraine attackiert Drohnenlager in SĂŒdrussland

Das ukrainische MilitĂ€r seinerseits zerstörte bei einem Angriff nach eigenen Angaben ein Drohnenlager in der sĂŒdrussischen Region Krasnodar. Laut Generalstab in Kiew wurden in dem angegriffenen GebĂ€ude etwa 400 Drohnen des iranischen Typs Shahed gelagert. «Die Vernichtung des Lagers fĂŒr Shahed-Drohnen wird die FĂ€higkeit der russischen Besatzer, friedliche Bewohner ukrainischer StĂ€dte und Dörfer zu terrorisieren, erheblich verringern», hieß es. 

Russische Behörden bestĂ€tigten zumindest einen Brand in einem Lagerhaus nahe der Ortschaft Oktjabrski. Das GelĂ€nde sei abgesperrt, etwa 800 Quadratmeter FlĂ€che stĂŒnden in Flammen, teilte der regionale Operationsstab im Gebiet Krasnodar mit. Die Koordinaten stimmen mit dem von Kiew vermeldeten Drohnenschlag ĂŒberein. Der Operationsstab machte aber keine Angaben zur Brandursache und den dort gelagerten Objekten.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
ausland | 65904461 |