Sondergipfel: EU will Eskalation in Nahost verhindern
17.10.2023 - 22:00:14Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten wollen nach Angaben von EU-RatsprÀsident Charles Michel mit allen diplomatischen und politischen Mitteln eine weitere Ausweitung des Nahost-Konflikts verhindern.
Es gehe darum, um jeden Preis eine regionale Eskalation zu verhindern, sagte der Belgier am Dienstagabend nach einem per Videokonferenz organisierten Sondergipfel. Eine solche Eskalation wĂ€re auch fĂŒr Europa eine riesige Herausforderung - insbesondere in einer Zeit, in der in der Ukraine ein weiterer Krieg tobe.
Vereinbart wurde nach Angaben von Michel auch ein enger Austausch mit den Vereinten Nationen. Notleidende Zivilisten mĂŒssten Zugang zu Wasser, Strom, Essen und medizinischer Versorgung haben. Zur Frage israelischer und auslĂ€ndischer Geiseln in den HĂ€nden der Hamas sagte er, sehr wichtig sei es nun, die Vermittlungsversuche von Akteuren aus der Region zu unterstĂŒtzen. Alle Geiseln mĂŒssten bedingungslos freigelassen werden.
Risiken fĂŒr die EU reduzieren
Michel sprach sich zudem dafĂŒr aus, innerhalb der EU die Zusammenarbeit der Sicherheitsdienste weiter auszubauen, um vom Nahost-Konflikt ausgehende Risiken fĂŒr die EU zu reduzieren. Die Ereignisse fĂŒhrten auch dort zu groĂer Fragmentierung, Spaltung und Polarisierung, erklĂ€rte der RatsprĂ€sident.
Bereits am vergangenen Sonntag hatten die Staats- und Regierungschefs eine gemeinsame ErklĂ€rung zur Lage im Nahen Osten angenommen. In ihr heiĂt es, die EuropĂ€ische Union verurteile die Hamas und ihre brutalen und willkĂŒrlichen Angriffe in ganz Israel auf das SchĂ€rfste. Zugleich wird allerdings betont, dass Israel sein Verteidigungsrecht «im Einklang mit dem Völkerrecht und dem humanitĂ€ren Völkerrecht» ausĂŒben mĂŒsse. «Wir bekrĂ€ftigen, wie wichtig es ist, im Einklang mit dem humanitĂ€ren Völkerrecht jederzeit den Schutz aller Zivilpersonen sicherzustellen», heiĂt es in der ErklĂ€rung.
Mit Blick auf die Kontroverse um Hilfen fĂŒr die PalĂ€stinenser einigten sich die Staats- und Regierungschefs darauf, dass die bedĂŒrftigsten Zivilpersonen im Gazastreifen in Abstimmung mit den Partnern weiterhin unterstĂŒtzt werden sollten. Zugleich muss aber sichergestellt werden, dass diese UnterstĂŒtzung nicht von terroristischen Organisationen missbraucht wird


