Drohnen, Ukraine

Drohne trifft Wohnhaus – Tote und Verletzte in Dnipro

08.11.2025 - 12:12:59

Die Folgen neuer russischer Drohnen- und Raketenangriffe in der Ukraine sind verheerend. Es gibt Tote und Verletzte. Auch die Energie- und die Bahninfrastruktur ist einmal mehr betroffen.

Bei einem neuen russischen Drohnenangriff sind in der Industriestadt Dnipro Behörden zufolge mindestens drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden. Unter den Verletzten seien auch zwei Kinder. Nach Angaben des ukrainischen Zivilschutzes krachte eine Drohne in ein neungeschossiges Haus, in dem dann Wohnungen auf mehreren Etagen zerstört wurden. Die Leiche einer Frau fanden EinsatzkrĂ€fte in einer Wohnung, zwei weitere Menschen in den TrĂŒmmern. Laut Stadtverwaltung wurde noch ein Hausbewohner vermisst.

In einem Video des Zivilschutzes war ein großes Loch in dem Haus zu sehen. Menschen wurden an der zerstörten Fassade aus den Wohnungen gerettet. Ein Feuer sei gelöscht worden, hieß es. Mehrere Menschen, darunter ein 13-jĂ€hriges MĂ€dchen, mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Angriffe mit 45 Raketen und 458 Drohnen

Die ukrainischen LuftstreitkrĂ€fte meldeten, dass Russland das Land in der Nacht mit 45 Raketen und 458 Drohnen angegriffen habe. Fast 80 dieser Flugobjekte habe die Abwehr nicht vernichten können, es habe Treffer gegeben. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass neben Energieinfrastruktur auch Bahnanlagen, die fĂŒr die militĂ€rische Logistik in der Ukraine benutzt wĂŒrden, Ziele der Angriffe waren.

PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sagte, die Beseitigung der SchĂ€den laufe. «Die Ziele der Terroristen sind unverĂ€ndert: das einfache Leben, WohnhĂ€user, unsere Energieanlagen, die Infrastruktur», teilte er bei Telegram mit. Laut Energieministerium in Kiew musste in mehreren Teilen des Landes wegen der massiven russischen Angriffe der Strom notfallmĂ€ĂŸig abgestellt werden.

Selenskyj forderte einmal mehr schĂ€rfere Sanktionen gegen die russische Wirtschaft, um dem Land die Einnahmen und die Ressourcen fĂŒr die Fortsetzung des Kriegs zu entziehen. So gebe es etwa bisher keine Sanktionen gegen die russische Atomindustrie, und die RĂŒstungsbetriebe erhielten noch immer westliche Mikroelektronik, kritisierte er.

VersorgungsausfÀlle und ZugverspÀtungen

Vielerorts fielen neben dem Strom auch Warmwasser und Heizung aus. Nach Bahnangaben kommt es wegen SchÀden im Gebiet Poltawa, das in der Zentralukraine liegt, zu erheblichen ZugverspÀtungen. Demnach gab es an einigen Haltepunkten StromausfÀlle und SchÀden am Kontaktnetz.

Auch im Kiewer Gebiet meldeten die Behörden StromausfĂ€lle nach russischen Raketen- und Drohnenangriffen gegen die Energieinfrastruktur. Nach Angaben der Gebietsverwaltung wurde eine Frau verletzt. Mehrere HĂ€user seien beschĂ€digt worden. Russland versuche mit seinem Terror gegen die Energieinfrastruktur, den Menschen Licht und WĂ€rme zu nehmen, hieß es in einer Mitteilung der Verwaltung bei Telegram.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.

@ dpa.de