Irans FuĂball-PrĂ€sident an Einreise nach Kanada gehindert
30.04.2026 - 10:50:20 | dpa.de
Der PrĂ€sident des iranischen FuĂballverbands, Mehdi Tadsch, ist auf dem Weg zum FIFA-Kongress in Vancouver laut Medienberichten bei der Einreise nach Kanada an der Grenze abgewiesen worden. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.Â
Kanadas AuĂenministerin Anita Anand wurde von US-Medien damit zitiert, dass ihrem «VerstĂ€ndnis» nach iranischen FunktionĂ€ren die Einreise «unbeabsichtigt» verwehrt worden sei. Laut Tasnim sollen neben Tadsch noch zwei weitere FunktionĂ€re in Toronto an der Einreise gehindert worden sein.
In Vancouver treffen sich in dieser Woche Vertreter aller NationalverbĂ€nde zum letzten FIFA-Kongress vor der FuĂball-Weltmeisterschaft, fĂŒr die Kanada neben Mexiko und den USA Gastgeber ist. Das Turnier beginnt am 11. Juni, Iran zĂ€hlt zu den WM-Teilnehmern und trifft in der Gruppenphase auf Neuseeland, Belgien und Ăgypten. Die Spiele sind in Los Angeles und in Seattle angesetzt. Die Frage, ob der Iran angesichts des Kriegs mit den USA an der WM teilnehmen wird, sorgt seit Wochen fĂŒr Wirbel.
FuĂballchef angeblich mit Verbindung zu Revolutionsgarden
Laut dem Portal «Iran International» war Tadsch am Montag ein Visum ausgestellt worden, das am Dienstag dann wegen seiner Verbindung zur iranischen Revolutionsgarde (IRGC) wieder einkassiert wurde. Die IRGC gilt in Kanada als terroristische Vereinigung.Â
Dem Bericht von Tasnim zufolge sollen die drei iranischen FuĂballfunktionĂ€re bei ihrer Ankunft von der dortigen Einwanderungsbehörde beleidigt worden sein. Daraufhin habe die iranische Delegation beschlossen, die Teilnahme am FIFA-Kongress abzusagen und sei zurĂŒckgeflogen. Dass iranische FunktionĂ€re in Vancouver fehlen, hatte der iranische Verband zuvor auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bereits mit Visaproblemen begrĂŒndet.Â
«Wir können EinzelfĂ€lle aus DatenschutzgrĂŒnden nicht kommentieren, aber die Regierung war klar und bestĂ€ndig: IRGC-FunktionĂ€re sind nicht zulassungsfĂ€hig in Kanada und haben keinen Platz in unserem Land», hieĂ es in einer Stellungnahme der Pressestelle von Lena Diab, der kanadischen Einwanderungsministerin.Â
PrÀsident schon bei der WM-Auslosung nicht dabei
VerbandsprĂ€sident Tadsch hatte ohne US-Visum im Dezember bereits nicht an der WM-Auslosung in Washington teilnehmen können. Die USA haben seither einen Krieg mit Iran begonnen.Â
Auch beim Kongress des asiatischen Kontinentalverbands AFC zu Wochenbeginn fehlten Vertreter Irans. Bei einer Ansage wurde lediglich verkĂŒndet, dass die iranischen FunktionĂ€re von FIFA-PrĂ€sident Gianni Infantino fĂŒr die WM-Qualifikation geehrt werden sollen, «sobald sie ankommen».
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