Aung San Suu Kyi im GefĂ€ngnis ohne Kontakt zur AuĂenwelt
26.05.2023 - 08:02:58Die frĂŒhere Freiheitsikone Aung San Suu Kyi sitzt seit ihrer Verurteilung zu insgesamt 33 Jahren Haft anscheinend ohne echten Kontakt zur AuĂenwelt in Isolationshaft in Myanmar.
«Sie ist weiter in Einzelhaft im GefĂ€ngnis in der Hauptstadt Naypyidaw», sagte eine Suu Kyi nahestehende Quelle, die anonym bleiben wollte, der Deutschen Presse-Agentur. «Informationen ĂŒber ihren Gesundheitszustand gibt es nur von Personen, die in dem GefĂ€ngnis arbeiten.» Auch ihre AnwĂ€lte hĂ€tten keinen Zugang zu ihr. San Mar Lar Nyunt, einer ihrer Verteidiger, bringe zwar Post und Lebensmittel fĂŒr sie, dĂŒrfe aber nicht zu ihr.
Suu Kyi war nach dem MilitÀrputsch vom Februar 2021 festgenommen worden. SpÀter wurde sie von einem von der MilitÀrjunta kontrollierten Gericht in Myanmar wegen zahlreicher angeblicher Verbrechen angeklagt, darunter Anstiftung zum Aufruhr und Korruption. Das letzte Urteil gegen die 77-jÀhrige FriedensnobelpreistrÀgerin fiel Ende Dezember vergangenen Jahres.
«Es ist nicht leicht, im GefĂ€ngnis zu ĂŒberleben»
Nachdem sie zunĂ€chst im Hausarrest gesessen hatte, wurde sie im Juni 2022 ins GefĂ€ngnis gebracht. Ihre AnwĂ€lte wurden mit einem Redeverbot belegt. Ăffentlich zu sehen war Suu Kyi zuletzt im Mai 2021, als das staatliche Fernsehen Aufnahmen von ihr im Gerichtssaal zeigte.
«Normalerweise war sie immer stark und gesund, aber sie wird bald 78 (am 19. Juni), und es ist nicht leicht, im GefĂ€ngnis zu ĂŒberleben», sagte die Quelle weiter. Aus der Haftanstalt gebe es die Information, dass sie manchmal Fieber, Kopfschmerzen und auch Zahnschmerzen habe.
Ein Datum fĂŒr die von der Verteidigung angestrebten Berufungsverfahren gebe es noch nicht, erklĂ€rte die Quelle weiter. Erst dann dĂŒrften die AnwĂ€lte wahrscheinlich wieder zu ihr.
Nach dem triumphalen Wahlsieg Suu Kyis und ihrer Partei Nationale Liga fĂŒr Demokratie hatte das MilitĂ€r 2021 geputscht. Die Politikerin war damals bereits seit fĂŒnf Jahren faktisch Regierungschefin im frĂŒheren Birma und hatte nach jahrzehntelanger MilitĂ€rherrschaft zaghafte Reformen auf den Weg gebracht. Die GenerĂ€le begrĂŒndeten den Umsturz mit angeblichem Wahlbetrug. Experten gehen aber davon aus, dass ihnen vielmehr Suu Kyis PopularitĂ€t ein Dorn im Auge war und sie sie zum Schweigen bringen wollten.


