Nidal Hasan, Militärhinrichtung

Nidal Hasan: Geplante Militärhinrichtung soll per Livestream übertragen werden

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 00:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die geplante Erschießung von Nidal Hasan in Texas soll nach Angaben aus dem Pentagon per Livestream übertragen werden. Es wäre die erste US-Militärhinrichtung seit mehr als 60 Jahren.

Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa
Die geplante Erschießung eines Attentäters soll auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas stattfinden und per Livestream übertragen werden. (Archivbild) - Bild: Bob Daemmrich/dpa

Die geplante Erschießung des zum Tode verurteilten früheren US-Militärpsychiaters Nidal Hasan soll Anfang Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas per Livestream übertragen werden.

Hinrichtung für 3. Dezember geplant

Das bestätigte ein Beamter aus dem Pentagon der Deutschen Presse-Agentur. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor erklärt, die von Präsident Donald Trump genehmigte Hinrichtung solle öffentlich stattfinden.

Hasan hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood das Feuer auf Soldaten eröffnet. Dabei wurden 13 Menschen getötet und 32 weitere verletzt.

Urteil nach Militärprozess

Der damalige Militärpsychiater wurde 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Hegseth sagte dem rechtskonservativen Sender Real America’s Voice, die Menschen müssten verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen hätten.

Erste Militärhinrichtung seit Jahrzehnten

Sollte die Exekution stattfinden, wäre sie nach Angaben aus US-Medien die erste Militärhinrichtung in den Vereinigten Staaten seit mehr als 60 Jahren. Die letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando des US-Militärs fand 1945 statt.

Öffentliche Erschießungen wurden in den USA unter anderem während des Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert als Abschreckung eingesetzt. Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung gab es 1936 im Bundesstaat Kentucky, als ein Mann vor Tausenden Zuschauern gehängt wurde.

Debatte nach gescheitertem Hinrichtungsversuch

Trump genehmigte die Hinrichtung wenige Tage nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch im US-Bundesstaat Tennessee. Der wegen Mordes verurteilten Christa Pike waren nach Behördenangaben zwei Dosen Pentobarbital verabreicht worden, dennoch lebte sie weiter.

Der Fall hat die Debatte über die Todesstrafe in den USA erneut entfacht. Die für den 3. Dezember geplante Vollstreckung in Fort Hood würde diese Diskussion mit der Rückkehr zu einer historischen militärischen Hinrichtungsmethode verbinden.

Historischer Schritt im Militärjustizsystem

Die geplante Vollstreckung wäre nach Angaben aus dem US-Militär die erste Hinrichtung eines Angehörigen der US-Streitkräfte seit mehr als sechs Jahrzehnten. Zuletzt wurde 1961 ein Soldat hingerichtet. Anders als bei Hinrichtungen nach einzelstaatlichem Recht muss der US-Präsident ein militärisches Todesurteil bestätigen.

Der Fall steht zugleich im Zusammenhang mit der erneuten Debatte über die Todesstrafe in den Vereinigten Staaten. Ein gescheiterter Hinrichtungsversuch mit Pentobarbital in Tennessee hat Fragen zur Zuverlässigkeit, medizinischen Vorbereitung und Transparenz staatlicher Exekutionen verstärkt. Die geplante Erschießung würde diese Diskussion um die Wahl der Hinrichtungsmethode erweitern.

Öffentlichkeit und mögliche Folgen

Die angekündigte Übertragung per Livestream hätte eine besondere Signalwirkung. Eine Hinrichtung würde nicht nur als Vollstreckung eines rechtskräftigen Militärurteils sichtbar, sondern zugleich als öffentliches staatliches Ereignis inszeniert. Für Angehörige der Opfer, Militärangehörige und die amerikanische Öffentlichkeit dürfte damit auch die Frage verbunden sein, welchem Zweck die Übertragung dienen soll: Information, Abschreckung oder politische Demonstration.

Für Leser in Deutschland ist der Vorgang vor allem deshalb bedeutsam, weil er einen seltenen Schnittpunkt von Terrorismusbekämpfung, Militärrecht, Todesstrafe und staatlicher Öffentlichkeit markiert. Der Termin Anfang Dezember bleibt der entscheidende nächste Schritt; bis dahin stehen die organisatorische Umsetzung und der Umgang mit der angekündigten Übertragung im Mittelpunkt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesspiegel: „Erschießungskommando: Erste Militärhinrichtung seit über 60 Jahren im Dezember geplant“ (07.10.2026)

Der Bericht bestätige den geplanten Vollzug in Fort Hood und ordne ihn als erste US-Militärhinrichtung seit 1961 ein. Er hebe zusätzlich hervor, dass der Fall zugleich die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021 werden könnte, falls das Urteil vollstreckt werde.

n-tv: „Termin steht fest: Trump-Regierung ordnet erste Militärhinrichtung seit 60 Jahren an“ (07.10.2026)

Der Artikel bestätige Täter, Tat und geplante Methode und setze einen anderen Schwerpunkt auf Hasans Vorgeschichte sowie seine Äußerungen vor Gericht. Außerdem schreibe er, Hasan sei einer von vier Todeskandidaten im Militärjustizsystem; die angekündigte Livestream-Übertragung stehe dort nicht im Mittelpunkt.

Beide Berichte stellten den historischen Charakter und die Entscheidung des Präsidenten heraus. Unterschiede lägen vor allem bei der ergänzenden Darstellung von Hasans Motivlage und der möglichen Einordnung als erste Bundeshinrichtung seit 2021; offen bleibe, wie die öffentliche Übertragung konkret ausgestaltet werde.

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