GrĂ¶ĂŸter, Protest

GrĂ¶ĂŸter Protest in der Geschichte Griechenlands – Krawalle

28.02.2025 - 14:06:31

Die Griechen fordern die AufklĂ€rung des schweren ZugunglĂŒcks vor zwei Jahren mit 57 Toten – und ziehen zu Hunderttausenden auf die Straßen. Randalierer nutzen die Gelegenheit fĂŒr Ausschreitungen.

  • So viel Mobilisierung wie noch nie: Hunderttausende Demonstranten gingen landesweit auf die Straße.  - Foto: Socrates Baltagiannis/dpa

    Socrates Baltagiannis/dpa

  • Rund 500 bis 700 Vermummte sorgten bei der Demonstration in Athen fĂŒr Chaos. - Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa

    Thanassis Stavrakis/AP/dpa

  • Rund 170.000 Menschen gingen allein in Athen auf die Straße. - Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpa

    Thanassis Stavrakis/AP/dpa

  • Die Angehörigen der Opfer fordern Klarheit. - Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa

    Petros Giannakouris/AP/dpa

So viel Mobilisierung wie noch nie: Hunderttausende Demonstranten gingen landesweit auf die Straße.  - Foto: Socrates Baltagiannis/dpaRund 500 bis 700 Vermummte sorgten bei der Demonstration in Athen fĂŒr Chaos. - Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpaRund 170.000 Menschen gingen allein in Athen auf die Straße. - Foto: Thanassis Stavrakis/AP/dpaDie Angehörigen der Opfer fordern Klarheit. - Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa

Selbst zu Zeiten der schweren Finanzkrise gab es keine solch großen Demonstrationen: Zu Hunderttausenden sind die Menschen in Griechenland landesweit auf die Straße gegangen, um an das schwere ZugunglĂŒck vor zwei Jahren in Tempi mit 57 Toten zu erinnern. Sie fordern von der Regierung AufklĂ€rung und die Bestrafung der Verantwortlichen. 

Allein in Athen protestierten der Polizei zufolge rund 170.000 Menschen. Nach Ende der Veranstaltung randalierten Hunderte Autonome und Hooligans und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. 29 Menschen wurden leicht verletzt.

«Nein zur Vertuschung»

Die Menschen werfen der Regierung vor, die UmstĂ€nde des Frontalzusammenstoßes zwischen einem GĂŒter- und einem Personenzug am 28. Februar 2023 in Tempi nicht ordentlich aufzuarbeiten. «Nein zur Vertuschung» und «Wir vergessen nicht» stand auf den Plakaten der Demonstranten. 

Diese Woche wurde nach zwei Jahren erstmals ein offizieller Bericht der Behörde fĂŒr UnfĂ€lle im Luft- und Bahnverkehr vorgestellt. Darin ist vom desolaten Zustand der griechischen Bahn ebenso die Rede wie von der mangelnden Qualifikation des Bahnvorstehers, der einen der ZĂŒge aufs falsche Gleis geschickt hatte. Auch die kaum funktionstĂŒchtige Sicherheitstechnik auf der Strecke wurde angefĂŒhrt.

Schwere Ermittlungsfehler

Zudem stellte die Behörde schwere Ermittlungsfehler im Anschluss an das UnglĂŒck fest. So sei unter anderem die UnglĂŒcksstelle nicht richtig kartiert worden, auch hĂ€tten Feuerwehr, RettungskrĂ€fte und Polizei ihre EinsĂ€tze nicht koordiniert. Beweismaterial sei dadurch abhandengekommen oder vernichtet worden – unter anderem, als ein Teil des Unfallorts zementiert wurde, damit KrĂ€ne installiert werden konnten, um die zertrĂŒmmerten Waggons zu bewegen.

Offen blieb in dem Bericht, ob an Bord des GĂŒterzugs wirklich verbotenerweise ein brennbarer Gefahrstoff transportiert wurde, wie die Familien der Opfer vermuten.

Verletzte und Festnahmen

Im Anschluss an die Demos in Athen und Thessaloniki kam es zu Ausschreitungen zwischen Autonomen und der Polizei. Allein in Athen sollen laut Polizeiangaben zwischen 500 und 700 Vermummte randaliert und BrandsÀtze geschleudert haben. 

Die Beamten setzten TrĂ€nengas und Wasserwerfer ein. Es gab 20 Festnahmen, 70 Menschen wurden in Gewahrsam genommen. 29 Menschen, darunter fĂŒnf Polizisten, seien verletzt und in KrankenhĂ€usern behandelt worden, berichtete der Nachrichtensender ERTnews unter Berufung auf RettungskrĂ€fte. Bei den Verletzungen handele es sich um Brandwunden und Atemwegsbeschwerden, in Lebensgefahr befinde sich niemand, hieß es.

@ dpa.de