Hisbollah, Hamas

Die libanesische Hisbollah: Irans treuer VerbĂŒndeter

13.10.2023 - 06:13:17

Die hauptsÀchlich aus Teheran finanzierte Hisbollah gilt als weitaus mÀchtiger als die Hamas. Ihr militÀrischer Arm wird von der EuropÀischen Union als Terrororganisation eingestuft.

Die Schiitenorganisation Hisbollah (Partei Gottes) entstand 1982 mit iranischer UnterstĂŒtzung als Antwort auf die israelische Invasion im Libanon. Seitdem kĂ€mpft sie politisch, aber auch mit Gewalt gegen Israel. Der BĂŒrgerkrieg, der den Libanon bis heute prĂ€gt, dauerte bis Anfang der Neunzigerjahre. Verheerende AnschlĂ€ge und EntfĂŒhrungen wĂ€hrend der Zeit gehen auf das Konto der Hisbollah.

Am Freitag bekrĂ€ftigte die Organisation ihre Kampfbereitschaft. Vor Hunderten AnhĂ€ngern sprach der stellvertretende GeneralsekretĂ€r der Organisation, Naim Ghassem, der islamistischen Hamas seine UnterstĂŒtzung aus. «Wenn die Zeit zum Handeln gekommen ist, werden wir sie ergreifen», sagte Ghassem. «Wir befinden uns in einer Zeit der Siege und nicht in einer Zeit der Niederlagen.»

Die Gruppe ist in dem multikonfessionellen Land am Mittelmeer auch im Parlament vertreten. Finanziert wird sie hauptsĂ€chlich aus Teheran. Die Hisbollah engagiert sich karitativ, besitzt aber auch einen militĂ€rischen Arm, dem nach SchĂ€tzungen mehrere tausend KĂ€mpfer angehören. Dieser wird von der EuropĂ€ischen Union als Terrororganisation eingestuft, in Deutschland gilt seit 2020 ein BetĂ€tigungsverbot fĂŒr die gesamte Hisbollah.

Großes Arsenal an Raketen und Kampfdrohnen

Die Hisbollah gilt als weitaus mĂ€chtiger als die Hamas. Ihr Einfluss reicht tief in den von Krisen gelĂ€hmten libanesischen Staat. Die Organisation kontrolliert vor allem den SĂŒden an der Grenze zu Israel, von Schiiten bewohnten Viertel der Hauptstadt Beirut sowie die Bekaa-Ebene im Norden des Landes. Unter GeneralsekretĂ€r Hassan Nasrallah hat sie in der Vergangenheit mit UnterstĂŒtzung aus Teheran ihren Einfluss stetig ausgebaut.

Neben einer besseren Ausbildung ihrer KĂ€mpfer verfĂŒgt die schiitische Organisation ĂŒber ein großes Arsenal an Raketen und Kampfdrohnen. Nasrallah schmiedete in seiner Amtszeit BĂŒndnisse mit Politikern verschiedener Lager, um seinen Einfluss auszubauen. An der Hisbollah gibt es im Libanon aber auch scharfe Kritik. Viele Libanesen waren etwa entsetzt ĂŒber Anschuldigungen, die Hisbollah habe den ehemaligen HoffnungstrĂ€ger und Premierminister Rafik Hariri umgebracht. Kritiker sagen außerdem, die Gruppe zielt auf einen Wandel der westlich geprĂ€gten IdentitĂ€t vieler Libanesen.

@ dpa.de