PrÀsidentenwahl im Libanon vorerst ohne Ergebnis
09.01.2025 - 12:02:50Bei der ersten Abstimmung im libanesischen Parlament zur Wahl eines neuen PrĂ€sidenten konnte sich kein Kandidat durchsetzen. Der aussichtsreichste Bewerber, Generalstabschef Joseph Aoun, erreichte nicht die erforderliche Mehrheit. Der General erhielt 71 der 128 Stimmen. FĂŒr einen Erfolg hĂ€tte er in der ersten Runde mindestens 86 Stimmen erhalten mĂŒssen.Â
Ein zweiter Wahlgang soll am Nachmittag erfolgen, kĂŒndigte ParlamentsprĂ€sident Nabih Berri an. Dabei wĂŒrde eine Mehrheit von 65 Stimmen ausreichen. Die gröĂte Hoffnung liegt weiter auf Aoun. Er ist derzeit auch dafĂŒr zustĂ€ndig, die im November vereinbarte Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel zu ĂŒberwachen.
Im Parlament gab es vor der Abstimmung eine hitzige Debatte. Einige der Abgeordneten weigerten sich, fĂŒr Aoun zu stimmen. Sie argumentierten, dass es dafĂŒr zunĂ€chst eine VerfassungsĂ€nderung geben mĂŒsste. GemÀà der Verfassung dĂŒrfen Personen, die in den zwei Jahren vorher einen höheren Beamtenposten innehatten, nicht zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt zu werden. Diese Regel wurde allerdings bereits bei frĂŒheren PrĂ€sidentschaftskandidaten gebrochen.
Das kleine Mittelmeerland steckt in einem politischen Machtvakuum fest. Der Libanon ist seit mehr als zwei Jahren ohne Staatschef, nachdem Michel Aoun - nicht verwandt mit Armeechef Aoun - 2022 planmĂ€Ăig aus dem Amt geschieden war. Seitdem wurde das Land mit rund sechs Millionen Einwohnern von MinisterprĂ€sident Nadschib Mikati geschĂ€ftsfĂŒhrend geleitet. Die aktuelle Regierung ist ebenfalls nur eingeschrĂ€nkt handlungsfĂ€hig.


