Frankreich, Hilfe

Frankreich will Hilfe fĂŒr Gazastreifen mobilisieren

09.11.2023 - 05:06:49

Die humanitĂ€re Lage im Gazastreifen verschlechtert sich zusehends. Zur UnterstĂŒtzung der Zivilbevölkerung organisiert Frankreichs PrĂ€sident Macron eine internationale Konferenz.

Gut einen Monat nach Beginn des Gaza-Krieges organisiert Frankreich eine internationale Hilfskonferenz fĂŒr die Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Bei dem Treffen mit Vertretern von Staaten und Hilfsorganisationen in Paris geht es laut ÉlysĂ©epalast darum, sich fĂŒr die Einhaltung internationalen Rechts in dem KĂŒstenstreifen und einen verstĂ€rkten humanitĂ€ren Zugang einzusetzen.

Hilfe zur Versorgung mit Wasser, Gesundheit, Energie und Nahrung soll die Menschen erreichen können. Auf der Konferenz werden neue Finanzzusagen fĂŒr die UnterstĂŒtzung der Bevölkerung in Gaza erwartet. Frankreich stellte diese bereits in Aussicht.

Zu dem Treffen unter Leitung von Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron werden unter anderem EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen, EU-RatsprĂ€sident Charles Michel, der Premierminister der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde sowie der zyprische PrĂ€sident Nikos Christodoulidis erwartet, der einen Seekorridor fĂŒr die Lieferung von humanitĂ€rer Hilfe aus Zypern mit Endziel Gaza vorgeschlagen hatte.

Israel auf Konferenz nicht vertreten

Am 7. Oktober hatten Terroristen der Hamas und anderer Gruppen bei Massakern und Angriffen im israelischen Grenzgebiet mehr als 1400 Menschen getötet und zahlreiche Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Die israelischen StreitkrĂ€fte flogen daraufhin Luftangriffe und rĂŒckten mit Bodentruppen in den dicht besiedelten KĂŒstenstreifen ein. Dabei kamen nach Angaben des von der islamistischen PalĂ€stinenserorganisation Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums bislang mehr als 10.500 Menschen ums Leben.

Israel selber ist auf der Konferenz nicht vertreten. Macron habe aber vorab zu der Thematik mit Premier Benjamin Netanjahu gesprochen, ebenso wie mit dem Ă€gyptischen PrĂ€sidenten Abdel Fattah al-Sisi und dem Emir von Katar, hieß es in Paris. FĂŒr China wird der Sondergesandte fĂŒr den Nahen Osten, Zhai Jun, zu dem Treffen kommen. China wolle sich fĂŒr eine Feuerpause, einen Waffenstillstand und eine Zwei-Staaten-Lösung stark machen, verlautete in Peking.

Guterres: «Krise der Menschheit»

UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres hatte die Situation im Gazastreifen am Montag als «Krise der Menschheit» bezeichnet und eine bei weitem nicht ausreichende humanitĂ€re Hilfe beklagt. Nur rund 400 Lastwagen mit HilfsgĂŒtern hĂ€tten in den vergangenen zwei Wochen in den Gazastreifen fahren können - im Vergleich zu etwa 500 pro Tag vor Ausbruch des Krieges. Dringend benötigter Treibstoff habe gar nicht hineingebracht werden können.

Die Gruppe der sieben wirtschaftsstarken Demokratien (G7) sprach sich am Mittwoch bei einem Außenmistertreffen in Tokio fĂŒr humanitĂ€re Feuerpausen und die Einrichtung von Korridoren aus, um Hilfslieferungen sowie die Freilassung von Geiseln zu erleichtern. «Alle Parteien mĂŒssen ungehindert humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die Zivilbevölkerung, einschließlich Nahrungsmittel, Wasser, medizinische Versorgung, Treibstoff und UnterkĂŒnfte sowie Zugang fĂŒr humanitĂ€re Helfer, gewĂ€hren», hieß es einer G7-ErklĂ€rung.

@ dpa.de