Israel: Hamas-Tunnel unter UNRWA-Zentrale in Gaza entdeckt
10.02.2024 - 23:04:47Das israelische MilitÀr hat nach eigenen Angaben einen Tunnel der Hamas-Miliz entdeckt, der unter dem Hauptquartier des UN-PalÀstinenserhilfswerks UNRWA in der Stadt Gaza verlaufen soll. Der unterirdische Gang sei 700 Meter lang, liege in 18 Metern Tiefe und habe als wichtige Einrichtung des MilitÀrgeheimdienstes der Hamas gedient, teilte das MilitÀr mit.
In dem - von der UNRWA in der Anfangsphase des Krieges verlassenen - Hauptquartier der UN-Organisation will das MilitĂ€r in den vergangenen zwei Wochen zudem groĂe Mengen von Waffen und Sprengstoff gefunden haben. Weiters wĂŒrden Indizien darauf hindeuten, dass BĂŒros und RĂ€umlichkeiten der UNRWA-Zentrale von Hamas-Terroristen genutzt worden seien. Es gab keine Angaben dazu, wann genau diese Nutzung erfolgt sei, ob vor oder nach Kriegsbeginn. Die Angaben lieĂen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.
Lazzarini wehrt sich
UNRWA-Chef Philippe Lazzarini erklĂ€rte zu den Berichten ĂŒber die Entdeckung des Tunnels unter der Zentrale seiner Organisation in Gaza, dass das Hilfswerk keine Kenntnis davon hatte. Das Personal der UNRWA habe das Hauptquartier auf Anordnung des israelischen MilitĂ€rs bereits am 12. Oktober gerĂ€umt, schrieb er am Samstagabend auf X (vormals Twitter). Seitdem habe es die Organisation nicht mehr genutzt. Wann immer in der Vergangenheit ein verdĂ€chtiger Hohlraum in der NĂ€he oder unter dem UNRWA-GelĂ€nde gefunden worden sei, habe man umgehend Protestbriefe an die Konfliktparteien gerichtet, schrieb Lazzarini weiter - darunter sowohl an die Hamas, als auch an die israelischen Behörden. Dies sei auch in Jahresberichte eingeflossen, die der Generalversammlung vorgelegt und veröffentlicht worden seien.
UNRWA sei eine humanitĂ€re Organisation und habe «weder die militĂ€rische und Sicherheitsexpertise noch die KapazitĂ€t, um das, was unter ihren Anlagen ist oder sein könnte, militĂ€risch zu inspizieren», fĂŒgte er hinzu. Die israelischen Behörden hĂ€tten zugleich die UNRWA nicht offiziell ĂŒber den angeblichen Tunnel informiert.
Das Hilfswerk war zuletzt stark in die Kritik geraten. Von israelischer Seite gab es immer wieder VorwĂŒrfe, es arbeite mit der Hamas zusammen. Konkret wurde einigen Mitarbeitern zur Last gelegt, an den Terrorakten der islamistischen Hamas vom 7. Oktober in Israel beteiligt gewesen zu sein. Mehrere westliche LĂ€nder stellten wegen der Anschuldigungen vorĂŒbergehend die Zahlungen an UNRWA ein, darunter die beiden gröĂten Geldgeber, die USA und Deutschland. UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres versprach umfassende AufklĂ€rung. Die Zusammenarbeit mit mehreren Angestellten sei beendet worden.
Auslöser des Gaza-Krieges war das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer PalĂ€stinenserorganisationen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verĂŒbt haben.


