USA, Israel

Trump will Libanon-Konflikt entschÀrfen - Iran droht

02.06.2026 - 05:33:23 | dpa.de

Die KĂ€mpfe zwischen Israel und der Hisbollah erschweren die Verhandlungen ĂŒber ein Ende des Iran-Kriegs. Teheran droht mit Abbruch. Trump versucht, zu deeskalieren - und soll sauer auf Netanjahu sein.

  • Der Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz hat sich zuletzt zugespitzt.  - Bild: Stringer/dpa
    Der Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz hat sich zuletzt zugespitzt. - Bild: Stringer/dpa
  • Israels MinisterprĂ€sident Netanjahu droht mit weiteren Angriffen im Libanon. (Archivbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
    Israels MinisterprÀsident Netanjahu droht mit weiteren Angriffen im Libanon. (Archivbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • US-PrĂ€sident Trump gibt sich bezĂŒglich der Verhandlungen mit Teheran optimistisch. - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa
    US-PrĂ€sident Trump gibt sich bezĂŒglich der Verhandlungen mit Teheran optimistisch. - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa
  • Israels Armee ist weiter im SĂŒden des Libanons im Einsatz.  - Bild: Uncredited/AP/dpa
    Israels Armee ist weiter im SĂŒden des Libanons im Einsatz. - Bild: Uncredited/AP/dpa
Der Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz hat sich zuletzt zugespitzt.  - Bild: Stringer/dpa Israels MinisterprĂ€sident Netanjahu droht mit weiteren Angriffen im Libanon. (Archivbild) - Bild: Ohad Zwigenberg/AP/dpa US-PrĂ€sident Trump gibt sich bezĂŒglich der Verhandlungen mit Teheran optimistisch. - Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa Israels Armee ist weiter im SĂŒden des Libanons im Einsatz.  - Bild: Uncredited/AP/dpa

Der Iran droht angesichts des eskalierenden Konflikts zwischen Israel und der mit Teheran verbĂŒndeten Hisbollah-Miliz im Libanon mit einem Abbruch der Verhandlungen mit den USA im Iran-Krieg. Sollte «die israelische Aggression gegen den Libanon» andauern, werde man «nicht nur den Verhandlungsweg stoppen, sondern auch in eine direkte Konfrontation mit dem Feind treten», schrieb ParlamentsprĂ€sident Mohammad Bagher Ghalibaf auf X nach einem GesprĂ€ch mit seinem libanesischen Amtskollegen Nabih Berri. US-PrĂ€sident Donald Trump betonte auf Truth Social, die GesprĂ€che mit Teheran wĂŒrden in «schnellem Tempo» fortgefĂŒhrt.

Israel und die Hisbollah-Miliz wĂŒrden ihre gegenseitigen Angriffe zunĂ€chst stoppen, teilte Trump zuvor auf seiner Plattform mit. Zudem werde Israel anders als angedroht keine Truppen in die libanesische Hauptstadt Beirut entsenden. Der Entscheidung seien ein «sehr produktives» Telefonat mit dem israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu sowie ein «sehr gutes» GesprĂ€ch mit ranghohen Vertretern der Hisbollah vorangegangen, teilte Trump weiter mit.

Netanjahu droht weiter mit Angriffen

SpĂ€ter gab Netanjahu eine ErklĂ€rung ab, in der von einer neuen Waffenruhe keine Rede war. Allerdings schien er von seiner AnkĂŒndigung abzurĂŒcken, die Hisbollah in den sĂŒdlichen Vororten Beiruts angreifen zu lassen. Sollte die Hisbollah aber ihre Angriffe auf israelische StĂ€dte nicht einstellen, werde Israel wieder «Terrorziele» in Beirut angreifen, schrieb Netanjahu auf X. Das habe er Trump mitgeteilt. «An dieser Haltung hĂ€lt Israel unverĂ€ndert fest», schrieb er. Parallel dazu werde Israels Armee ihren Einsatz im SĂŒdlibanon wie geplant fortsetzen.

Die KĂ€mpfe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah stellen einen Knackpunkt in den Verhandlungen ĂŒber ein dauerhaftes Abkommen zur Beendigung des Krieges der USA gegen den Iran dar. Neben der Freigabe iranischer Vermögenswerte im Ausland und dem Festhalten an der faktischen Kontrolle ĂŒber die Straße von Hormus verlangt der Iran als Bestandteil eines endgĂŒltigen Abkommens auch einen dauerhaften Waffenstillstand im Libanon. 

Trump nennt «nĂ€chste Woche» fĂŒr mögliche Iran-Einigung

Trump sagte dem US-Sender ABC nach dessen Angaben in einem Telefon-Interview, er denke, dass er «nĂ€chste Woche» eine Einigung mit dem Iran ĂŒber eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus erzielen werde. Er mĂŒsse aber noch manche Punkte klĂ€ren. Trump hatte schon frĂŒher optimistische ZeitplĂ€ne bekanntgegeben, die jedoch dann schnell von der RealitĂ€t eingeholt wurden. Erst am Wochenende lieferten sich die USA und der Iran trotz Waffenruhe wieder einen militĂ€rischen Schlagabtausch. 

Je lĂ€nger Washington und Teheran keine Einigung erzielen, desto mehr könnten Faktoren wie das Ringen um die Straße von Hormus und der Konflikt im Libanon die Ereignisse beeinflussen, gab der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz zu bedenken. «Es war stets klar, dass der derzeitige Kurs ohne eine Einigung letztlich zu einer Eskalation fĂŒhren wĂŒrde», schrieb er auf X. 

Nach Angaben des libanesischen PrĂ€sidenten Joseph Aoun bezieht sich der von Trump angekĂŒndigte Stopp israelischer Angriffe zunĂ€chst auf die sĂŒdlichen Vororte der Hauptstadt Beirut, die als Hochburg der Hisbollah gelten. «Nach der vorgeschlagenen Vereinbarung werden die israelischen Angriffe auf die sĂŒdlichen Vororte Beiruts eingestellt, wĂ€hrend die Hisbollah im Gegenzug auf Angriffe gegen Israel verzichtet», teilte das PrĂ€sidialamt mit. Die Waffenruhe solle auf das gesamte libanesische Staatsgebiet ausgeweitet werden.

Bericht: Trump nennt Netanjahu «verrĂŒckt» 

Die Hisbollah habe ihrerseits dem US-Vorschlag fĂŒr einen gegenseitigen und damit auch fĂŒr Israel geltenden Angriffstopp zugestimmt, teilte Aouns BĂŒro mit. Libanons Behörden hĂ€tten eine entsprechende BestĂ€tigung erhalten. Die libanesische Regierung selbst ist keine Konfliktpartei.

Wegen Israels Eskalation im Libanon soll Trump Netanjahu am Montag in einem mit Schimpfwörtern gespickten Telefonat scharf angegangen haben, berichtete das US-Nachrichtenportal «Axios» unter Berufung auf zwei US-Beamte und eine dritte mit dem GesprĂ€ch vertraute Quelle. Trump habe seinen VerbĂŒndeten als «verrĂŒckt» bezeichnet und ihm Undankbarkeit vorgeworfen. Ohne ihn sĂ€ĂŸe Netanjahu im GefĂ€ngnis, soll Trump gewettert haben. Gegen den israelischen Regierungschef lĂ€uft seit sechs Jahren ein Korruptionsprozess.

Derweil fing die israelische Luftwaffe auch nach Trumps AnkĂŒndigung einer neuen Feuerpause nach eigenen Angaben erneut zwei Geschosse aus dem Libanon ab. Zugleich soll Israels Luftwaffe laut der «Times of Israel» weitere Angriffe im nördlichen Nachbarland geflogen haben. 

Verhandlungen sollen weitergehen

Die Konfrontation zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israel und die libanesische Regierung hatten Mitte April zwar eine Waffenruhe geschlossen. Die Schiiten-Miliz selbst lehnt Verhandlungen mit Israel aber ab. Der Krieg geht seither weiter, beide Seiten greifen sich weiter tÀglich an. Dabei sterben vor allem im Libanon immer wieder Menschen. 

Israels Soldaten waren im Libanon zuletzt immer weiter ins Landesinnere vorgedrungen, aber noch weit von Beirut entfernt. Entgegen Trumps Behauptung hÀtten sich die israelischen Truppen nicht auf dem Weg in die Hauptstadt befunden, zitierte die «Times of Israel» in der Nacht MilitÀrquellen.

Vertreter Israels und des Libanons verhandeln seit Wochen in Washington ĂŒber Bedingungen fĂŒr eine EntschĂ€rfung des Konflikts. Einen Durchbruch gab es dabei bisher aber nicht. Diese Verhandlungen sollen nach Angaben des libanesischen PrĂ€sidialamtes nun weiter fortgesetzt werden, um die jĂŒngsten Fortschritte zu erörtern und darauf aufzubauen.

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