Roberta Metsola, Asyl

EU-ParlamentsprĂ€sidentin: Blockade fĂŒr Asylreform lösen

27.09.2023 - 07:28:03

Die LĂ€nder der EU verhandeln derzeit ĂŒber eine Reform des gemeinsamen Asylsystems. EU-ParlamentsprĂ€sidentin Roberta Metsola bemĂ€ngelt dabei die Kompromissbereitschaft.

EU-ParlamentsprÀsidentin Roberta Metsola hat die Regierungen zu Kompromissbereitschaft in den Verhandlungen um die geplante Reform des europÀischen Asylsystems aufgerufen. Es sollten alle Anstrengungen unternommen werden, die derzeitige Blockade zu lösen, sagte die maltesische Politikerin der Deutschen Presse-Agentur und anderen Medien in einem Interview des European Newsroom.

Zur Position Deutschlands sagte Metsola, sie wolle nicht auf die Haltung einzelner LÀnder eingehen. Es werde LÀnder geben, die neue Regeln nicht akzeptieren wollen. Dies sei aber nicht neu und es sollte möglich sein, eine Mehrheit zu finden. Sie bleibe zuversichtlich, dass es in den nÀchsten Wochen zu einer Lösung kommen werde.

Von der Leyen dringt auf Beilegung von Streit

Auch EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen rief zu einer zĂŒgigen Beilegung des Streits ĂŒber die geplante Reform des europĂ€ischen Asylsystems auf. Dass es eine schelle politische Einigung brauche, zeige auch die fortgesetzte Instrumentalisierung von Migranten durch LĂ€nder wie Belarus, sagte sie am Rande eines Treffens mit der neuen lettischen MinisterprĂ€sidentin Evika Silina. Es sei wichtig, gemeinsame Regeln zu haben.

Auch die Co-Fraktionsvorsitzende der GrĂŒnen im Europaparlament, Terry Reintke, fordert ein Ende der Blockade in den Verhandlungen ĂŒber eine europĂ€ische Asylreform. «Wir mĂŒssen das EU-Asylsystem endlich so reformieren, dass wieder geordnete und humanitĂ€re rechtsstaatliche Verfahren und eine faire Verteilung möglich sein wird», sagte sie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in BrĂŒssel. DafĂŒr mĂŒsse das Parlament jetzt an den Verhandlungstisch zurĂŒckkehren und seine Blockade einiger laufender Verhandlungen aufgeben.

Asyl-Reform mit Problemen

Die LĂ€nder der EU verhandeln derzeit ĂŒber eine Reform des gemeinsamen Asylsystems. Um einen Teil der Verordnung, der sogenannten Krisenverordnung, wird derzeit intensiv gerungen. Die Bundesregierung wollte einen Vorschlag der spanischen EU-RatsprĂ€sidentschaft im Juli nicht unterstĂŒtzen.

Die EU-Staaten konnten sich deswegen nicht fĂŒr Verhandlungen mit dem Europaparlament positionieren. Berlin begrĂŒndete dies in BrĂŒssel insbesondere damit, dass EU-Staaten ĂŒber die Verordnung bei einem besonders starken Zustrom von Migranten die Möglichkeit bekĂ€men, die Schutzstandards fĂŒr diese Menschen in inakzeptabler Weise abzusenken.

Aus Ärger ĂŒber den Stillstand kĂŒndigte das Europaparlament in der vergangenen Woche an, andere Teile der Verhandlungen ĂŒber die geplante Asylreform bis auf Weiteres zu blockieren. Brisant sind die Verzögerungen vor allem wegen der nahenden Europawahl im Juni 2024.

Projekte, die bis dahin nicht mit den Regierungen der Mitgliedstaaten ausgehandelt sind, könnten anschließend wieder infrage gestellt werden und sich lange verzögern. Im Fall der geplanten Reform des Asylsystems wĂ€re dies ein besonders großer RĂŒckschlag. An dem Projekt wird bereits seit Jahren gearbeitet.

@ dpa.de