Trump-GesprÀch, Selenskyj

Nach Trump-GesprÀch: Selenskyj will Botschafterin wechseln

08.07.2025 - 03:31:53

Die Lage fĂŒr die Ukraine ist heikel: Russland greift mit unverminderter HĂ€rte an. Gleichzeitig halten die USA Waffen zurĂŒck. Nun scheint Selenskyj Trump mit einer Personalie entgegenzukommen.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj kommt US-PrĂ€sident Donald Trump einem Medienbericht zufolge offenbar bei einer wichtigen Personalentscheidung entgegen. Die «Financial Times» berichtete unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen, die beiden Staatschefs hĂ€tten in einem Telefonat die Ablösung der ukrainischen Botschafterin in den USA, Oxana Markarowa, vereinbart. Ihre Teams wĂŒrden weitere Beratungen ĂŒber mögliche Kandidaten durchfĂŒhren, die von beiden Seiten geprĂŒft werden sollten. 

Auch das US-Portal Bloomberg berichtete unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person, die beiden PrĂ€sidenten hĂ€tten in einem Telefonat am Freitag ĂŒber die Ablösung der Botschafterin gesprochen. Markarowa, die seit 2021 als Botschafterin in Washington arbeitet, wurde von einigen Republikanern eine zu große NĂ€he zu den Demokraten vorgeworfen. 

Ihre Entlassung könnte ein Versuch Selenskyjs sein, Trump in einer fĂŒr die Ukraine heiklen Zeit zu beschwichtigen. In der vergangenen Woche hatten die USA bereits vereinbarte Waffenlieferungen an die von Russland angegriffene Ukraine zurĂŒckgehalten. DarĂŒber hinaus greift Russland das Land derzeit massiv mit Drohnen und Raketen an. 

Große Kabinettsumbildung geplant

In der kommenden Woche will Selenskyj die Personalie Markarowa im Rahmen einer großen Kabinettsumbildung bekanntgeben, wie die Zeitung unter Berufung auf Kreise berichtete. Seit Beginn des Krieges hat Selenskyj sein Kabinett bereits mehrfach umgebildet. 

Ein ranghoher ukrainischer Beamter sagte der Zeitung, Selenskyj wolle einen «guten VerhandlungsfĂŒhrer» als Botschafter ernennen, der «fĂŒr das Weiße Haus und gleichzeitig fĂŒr den Kongress verstĂ€ndlich ist». Kandidaten fĂŒr die Nachfolge sollen dem Bericht zufolge unter anderem der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal und Verteidigungsminister Rustem Umjerow sein.

Ex-Diplomat: Umbildung zur EindÀmmung von Unzufriedenheit

Der ehemalige EU-Diplomat in Kiew, Balazs Jarabik, sagte der Zeitung, die personellen VerĂ€nderungen seien eine bekannte Reaktion auf den wachsenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Druck. «Die Umbildung deutet nicht auf eine Änderung der strategischen Ausrichtung hin, sondern scheint darauf abzuzielen, die Unzufriedenheit einzudĂ€mmen, ein GefĂŒhl der Erneuerung zu vermitteln und die Kontrolle inmitten des wachsenden Drucks an mehreren Fronten aufrechtzuerhalten.»

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als drei Jahren gegen eine russische Invasion.

@ dpa.de