Mindestens 40 Tote bei Brand auf Migrantenboot in Haiti
20.07.2024 - 00:44:12 | dpa.de
Vor Haitis KĂŒste ist ein Boot mit mehr als 80 Migranten an Bord in Brand geraten. Dabei kamen mindestens 40 Menschen ums Leben, wie die Internationale Organisation fĂŒr Migration (IOM) mitteilte. Haitis KĂŒstenwache habe 41 Ăberlebende retten können, elf von ihnen seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Das Boot war den Angaben zufolge am Mittwoch von der nordhaitianischen Stadt Cap-HaĂŻtien in die rund 250 Kilometer entfernten Turks- und Caicosinseln unterwegs. Ărtliche Medien berichteten, laut Ăberlebenden habe sich vermutlich Benzin durch eine Kerze entzĂŒndet, die fĂŒr ein Voodoo-Ritual auf dem Boot benutzt worden sei.
Haiti erlebt eine schwere Sicherheits- und humanitĂ€re Krise sowie politisches Chaos. Etwa die HĂ€lfte der elf Millionen Einwohner des Karibikstaates leidet unter akutem Hunger. Der PrĂ€sident Jovenel MoĂŻse wurde vor rund drei Jahren ermordet und bisher nicht ersetzt. Schwer bewaffnete Banden haben die Hauptstadt Port-au-Prince gröĂtenteils unter ihrer Kontrolle. Wegen ihrer Gewalt sind mehr als eine halbe Million Haitianer im eigenen Land vertrieben. Als Teil einer multinationalen Sicherheitsmission gegen die Banden sind seit Kurzem mehrere Hundert kenianische Polizisten in Haiti.
IOM: Haitianer brauchen sichere Migrationsrouten
Das UnglĂŒck zeige die dringende Notwendigkeit sicherer und legaler Migrationswege fĂŒr Haitianer, hieĂ es vom Haiti-Chef der IOM, GrĂ©goire Goodstein. In diesem Jahr wurden der Mitteilung zufolge bereits mehr als 86 000 Migranten trotz der Lage in Haiti dorthin abgeschoben. Mehrere LĂ€nder der Region hĂ€tten in den vergangenen Monaten eine Zunahme der auf See aufgegriffenen Haitianer registriert.
Am Donnerstag hatten die StreitkrĂ€fte der Bahamas mitgeteilt, die Suche nach einem vermissten Boot mit geschĂ€tzt 60 Migranten an Bord abgebrochen zu haben. Dieses sei vermutlich am 4. Juli von den bahamaischen Abaco-Inseln - einem hĂ€ufigen Zwischenstopp fĂŒr Haitianer - in Richtung USA aufgebrochen.
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