Linke warnt vor neokolonialer Einmischung in Niger
01.08.2023 - 12:50:15Jeglicher Versuch, die Krise in Niger "als Anlass fĂŒr eine neokoloniale Einmischung zu nutzen", drohe in einen "unkontrollierbaren FlĂ€chenbrand umzuschlagen", sagte Sevim Dagdelen, Obfrau der Linksfraktion im AuswĂ€rtigen Ausschuss und Sprecherin fĂŒr Internationale Politik, am Dienstag. "Eine militĂ€rische Intervention durch Ecowas und westliche VerbĂŒndete wĂ€re völkerrechtswidrig und muss verhindert werden."
Die Bundeswehr nicht unverzĂŒglich aus Niger abzuziehen, sei verantwortungslos, so Dagdelen. "Ich warne ausdrĂŒcklich vor weiteren militĂ€rischen Abenteuern der Bundeswehr in Afrika und der Gefahr, durch eine militĂ€rische Invasion einen BĂŒrgerkrieg im Niger loszutreten." Die Linke spricht sich zudem gegen Sanktionen durch Ecowas oder die EuropĂ€ische Union aus, da diese "wie so oft, vor allem die Zivilbevölkerung des Landes" trĂ€fen und der "erste Baustein einer militĂ€rischen Einmischung in die inneren MachtkĂ€mpfe des Landes" seien. Die Motive diesbezĂŒglich lĂ€gen auf der Hand und hĂ€tten mit wertegebundener AuĂenpolitik nichts zu tun: "Frankreich braucht den Niger als Uran-Exporteur, und auch die Bundesregierung hat oft genug betont, wie hoch der strategische Wert des Nigers als Bundeswehr-Standort fĂŒr die europĂ€ische Afrikapolitik ist." Die Ampel mĂŒsse nun klarstellen, dass die Bundeswehr fĂŒr eine solche Politik nicht zur VerfĂŒgung stehe. "Zudem gilt es endlich einzusehen: Der deutsche Anspruch darauf, in Afrika militĂ€risch eine Rolle zu spielen, ist nach dem gescheiterten Einsatz in Mali nun auch im Niger hundertprozentig obsolet." Die Bundeswehr mĂŒsse den vollstĂ€ndigen Abzug aus der Region einleiten, so Dagdelen.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


