Putin-Umarmung, Indiens

Nach Putin-Umarmung: Indiens Modi drĂŒckt auch Selenskyj

23.08.2024 - 13:12:16

Die NĂ€he Indiens zu Moskau ist der Ukraine suspekt. Bei einem Besuch von Premier Modi hofft Kiew aber auch auf indische UnterstĂŒtzung, weil der Subkontinent weltpolitisch eine wichtige Stimme ist.

Nur Wochen nach seiner kontroversen Umarmung mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin hat Regierungschef Narendra Modi den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen. Auch ihn schloss der 73-JĂ€hrige wĂ€hrend des ersten Besuchs eines indischen Regierungschefs in der unabhĂ€ngigen Ukraine in die Arme. Modi besuchte mit Selenskyj eine GedenkstĂ€tte fĂŒr die im Krieg getöteten ukrainischen Kinder, wo er eine Puppe niederlegte.

Indien - das bevölkerungsreichste Land der Welt - verhĂ€lt sich offiziell neutral zu dem Krieg. Es trĂ€gt westliche Sanktionen gegen Moskau nicht mit und wirbt regelmĂ€ĂŸig fĂŒr eine Konfliktlösung durch Dialog, hat aber bislang keine konkreten VorschlĂ€ge gemacht. Der Subkontinent pflegt gute Beziehungen zum Westen und zu Moskau, von dem er mit Blick auf seine MilitĂ€rausrĂŒstung stark abhĂ€ngig ist, auch wenn er versucht, diese AbhĂ€ngigkeit zu verringern. WĂ€hrend des Kriegs ist Indien zudem zu einem der grĂ¶ĂŸten KĂ€ufer von billigem russischem Öl geworden.

Moskau hatte Modi erst im Juli besucht - zum ersten Mal seit Beginn des Angriffskriegs. Die Reise erfolgte kurz nach seiner Wiederwahl zum Regierungschef, was russische Medien damals als Zeichen der WertschĂ€tzung fĂŒr die Beziehungen zu Russland interpretierten. Bilder des Treffens, bei dem sich Modi und Putin umarmten, gingen um die Welt und wirkten in vielen westlichen LĂ€ndern verstörend. Selenskyj verurteilte damals die NĂ€he Modis zum Kremlchef. Indien wiederum wies die Kritik zurĂŒck. Gleichzeitig hofft die Ukraine aber auch auf UnterstĂŒtzung Indiens, weil es weltpolitisch eine wichtige Stimme ist. 

 

 

 

 

@ dpa.de