Kiew sieht Vorteile in der «Pufferzone Kursk»
07.01.2025 - 05:00:39 | dpa.deFĂŒnf Monate nach Beginn der ukrainischen Offensive auf russisches Staatsgebiet bei Kursk unterstreicht PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj die Bedeutung dieser Operation. «Wir halten eine Pufferzone auf russischem Territorium aufrecht und zerstören dort aktiv das russische MilitĂ€rpotential», sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Russland habe im Verlauf dieser Aktion und bei seiner Gegenoffensive bereits 38.000 Soldaten verloren, 15.000 von ihnen seien getötet worden. Eine unabhĂ€ngige ĂberprĂŒfung dieser Zahl war nicht möglich, da beide Kriegsparteien nicht ĂŒber eigene Verluste berichten.
Ein wichtiger Effekt der Operation bei Kursk sei, dass Russland seine stÀrksten Einheiten und auch Soldaten aus Nordkorea dorthin verlegt habe. «Es ist wichtig, dass der Besatzer jetzt nicht all diese KrÀfte in unsere anderen Gebiete schicken kann, insbesondere in die Region Donezk, insbesondere gegen Sumy, insbesondere nach Charkiw oder Saporischschja», sagte Selenskyj.
Bei einer Sitzung des Generalstabs sei die aktuelle Lage in der Ostukraine erörtert worden. Nach Selenskyjs Worten sollte vor allem die Verteidigung der Stadt Pokrowsk am Rande des Donbass verstĂ€rkt werden. «Die StoĂrichtung Pokrowsk war in den vergangenen vier Wochen eine der heiĂesten», sagte Viktor Trehubow, Sprecher der dort kĂ€mpfenden Brigade der ukrainischen Einheiten. Doch den russischen Angreifern gelinge es nicht, «einen solchen Erfolg zu erzielen, der es ihnen erlauben wĂŒrde, die Stadt Pokrowsk selbst direkt zu bedrohen».
Kiew schweigt zu Kurachowe
Selenskyj erwĂ€hnte die Lage bei Kurachowe mit keinem Wort. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau haben russische Truppen die strategisch wichtige Kleinstadt eingenommen. Damit sei die bevölkerungsreichste Ortschaft im SĂŒdwesten des Gebiets Donbass erobert worden, heiĂt es in der Pressemitteilung. Nach der Einnahme von Kurachowe seien die russischen StreitkrĂ€fte in freies ManövergelĂ€nde vorgedrungen. Das erlaube es, das Tempo bei der Eroberung weiterer Gebiete zu erhöhen.
Von ukrainischer Seite gab es dazu keine BestÀtigung. Der Generalstab in Kiew meldete am Abend in seinem tÀglichen Lagebericht weitere Gefechte in der Region Kurachowe, allerdings lagen die genannten Kampfgebiete Slowjanka, Petropawliwsk oder Datschne bereits westlich der Kleinstadt Kurachowe. Russische Luftangriffe konzentrierten sich auf die rund zehn Kilometer entfernte Ortschaft Andrijiwka. Derzeit ist noch unklar, wo die ukrainischen StreitkrÀfte die nÀchste Verteidigungslinie errichtet haben.
Die KĂ€mpfe um Kurachowe dauerten rund zwei Monate. Die Ukrainer konnten den Ort damit lĂ€nger halten, als Experten eigentlich vermutet hatten. Von den einst 18.000 Einwohnern blieb nur ein Bruchteil zurĂŒck. Ein GroĂteil des Ortes ist nach den schweren KĂ€mpfen nur noch ein TrĂŒmmerhaufen. Moskaus Verluste gelten als hoch.
Russische Kampfdrohne trifft Bus in Cherson
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die sĂŒdukrainische Hafenstadt Cherson  wurde ein Linienbus getroffen. Dabei sei ein Mann getötet und mehrere weitere Personen verletzt worden, teilte der regionale MilitĂ€rverwalter Roman Mrotschko auf Telegram mit. Nach offiziellen Angaben wurden sechs Insassen des Busses verletzt, unter ihnen fĂŒnf Frauen. Ein Kommunalbeamter wurde bei der Explosion getötet.
Wenige Stunden zuvor hatte eine russische Kampfdrohne in der ostukrainischen Region Charkiw drei Polizisten schwer verletzt. Wie der regionale MilitĂ€rverwalter Oleh Synjehubow berichtete, waren die Polizisten von einer Kampfdrohne vom Typ «Molnija-1» (Blitz) angegriffen worden, die ĂŒberwiegend aus Sperrholz hergestellt wird.
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