Taliban, Afghanistan

Welthungerhilfe fordert pragmatischen Umgang mit Taliban

14.08.2023 - 00:27:26

Die Organisation pocht darauf, dass der Westen stÀrker mit den Taliban ins GesprÀch kommen muss, um der notleidenden Bevölkerungen zu helfen.

Zwei Jahre nach der MachtĂŒbernahme der Taliban in Afghanistan hat sich die Welthungerhilfe fĂŒr einen pragmatischen Umgang mit der militant-islamistischen Gruppierung ausgesprochen.

«FĂŒr die notleidende Bevölkerung kann nur zusammen mit den Taliban etwas erreicht werden, nicht gegen sie», sagte die Asien-Regionaldirektorin der Welthungerhilfe, Elke Gottschalk, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

HumanitÀre Hilfe darf nicht politisiert werden

Es sei in den vergangenen zwei Jahren immer wieder versucht worden, im Zusammenhang mit der internationalen UnterstĂŒtzung Druck auf die Taliban auszuĂŒben, ihre menschenverachtende Politik zu beenden. «Doch davon haben die sich nun ĂŒberhaupt nicht beeindrucken lassen», sagte Gottschalk. Die humanitĂ€re Hilfe dĂŒrfe nicht politisiert werden.

«Der Westen muss mit den Taliban stĂ€rker ins GesprĂ€ch kommen», mahnte die Regionalchefin. Es gehe nicht darum, sie anzuerkennen. «Aber ob wir wollen oder nicht: Wir mĂŒssen mit ihnen zusammenarbeiten.» Dringend nötig sei eine Vertretung Deutschlands vor Ort. «Keine Botschaft, aber die deutsche Regierung muss sich ein eigenes Bild von der Lage in Afghanistan machen»», sagte Gottschalk. Dann wĂ€re es leichter, Kontakte zu knĂŒpfen, um einen GesprĂ€chskanal zu den Machthabern zu etablieren.

20 Jahre dauernder Bundeswehreinsatz

Die Bundeswehr hatte Afghanistan im Juni 2021 verlassen. Die militant-islamistischen Taliban hatten am 15. August vor zwei Jahren nach einer Blitzoffensive Kabul praktisch ohne Gegenwehr eingenommen. Deutschland beteiligte sich an einem internationalen militÀrischen Evakuierungseinsatz.

Die Aufarbeitung des 20 Jahre dauernden Bundeswehreinsatzes in dem Land und die chaotischen ZustĂ€nde nach der Taliban-MachtĂŒbernahme sind Gegenstand eines Untersuchungsausschusses des Bundestags und einer Enquete-Kommission.

@ dpa.de