US-Justizminister, Anstieg

US-Justizminister: Anstieg von Drohungen gegen AmtstrÀger

05.01.2024 - 19:46:48

Die politische Stimmung in den USA ist aufgeheizt. Zehn Monate vor der PrÀsidentenwahl beobachtet das Justizministerium einen Zuwachs an Drohungen gegen ReprÀsentanten des Staates. Und schlÀgt Alarm.

Zum Auftakt des Wahljahres in den USA hat Justizminister Merrick Garland zunehmende Drohungen gegen AmtstrÀger und demokratische Institutionen im Land beklagt. Zu beobachten sei ein «zutiefst beunruhigender Anstieg der Drohungen» gegen Agenten der Bundespolizei FBI, Bundesrichter, PrÀsidentschaftsbewerber, Kongressmitglieder, MilitÀrangehörige und Wahlhelfer, sagte Garland in Washington.

Erst in den vergangenen Tagen seien mehrere Bombendrohungen gegen GerichtsgebÀude im ganzen Land eingegangen. Und am Tag zuvor hÀtten Ermittler eine Person festgenommen, die gedroht habe, ein Kongressmitglied und dessen Kinder zu töten.

«Dies ist nur eine kleine Momentaufnahme eines grĂ¶ĂŸeren Trends», sagte Garland. «Diese Gewaltandrohungen sind inakzeptabel.» Sie bedrohten das demokratische GefĂŒge im Land.

Angespannte Situation

Die politische Stimmung in den USA ist insgesamt aufgeheizt. Anfang November steht die nÀchste PrÀsidentenwahl an - die erste seit den dramatischen Verwerfungen rund um die Wahl von 2020, die in einem beispiellosen Gewaltausbruch endeten. An diesem Samstag jÀhrt sich zum dritten Mal die Attacke auf das US-Kapitol:

AnhĂ€nger des damaligen republikanischen PrĂ€sidenten Donald Trump hatten den Parlamentssitz in der Hauptstadt am 6. Januar 2021 gewaltsam gestĂŒrmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der PrĂ€sidentenwahl von 2020 formal zu bestĂ€tigen. Trump hatte seine AnhĂ€nger zuvor bei einer Rede durch unbelegte Behauptungen aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg durch massiven Betrug gestohlen worden sei. Infolge der Krawalle kamen damals fĂŒnf Menschen ums Leben. Die Attacke wirkt bis heute nach.

Garland sagte, das Justizministerium habe nach dem Angriff die grĂ¶ĂŸten, komplexesten und ressourcenintensivsten Ermittlungen seiner Geschichte gestartet, um die Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. «Bislang haben wir mehr als 12 150 Personen angeklagt und ĂŒber 890 Verurteilungen im Zusammenhang mit dem Anschlag vom 6. Januar erwirkt», sagte er und betonte: «Unsere Arbeit geht weiter.»

FĂŒr die PrĂ€sidentenwahl deutet sich nach jetzigem Stand eine mögliche Neuauflage zwischen Biden und Trump an. Dies nĂ€hrt BefĂŒrchtungen, dass es rund um die Wahl erneut zu Chaos und Gewalt kommen könnte.

@ dpa.de