Portugals, PrÀsident

Portugals PrÀsident ordnet Auflösung des Parlaments an

09.11.2023 - 22:05:22

Die Portugiesen wĂ€hlen im MĂ€rz ein neues Parlament. Das ordnete Staatschef Rebelo de Sousa an. Zuvor war MinisterprĂ€sident Costa wegen Korruptionsermittlungen ĂŒberraschend zurĂŒckgetreten.

Nach dem RĂŒcktritt des portugiesischen MinisterprĂ€sidenten AntĂłnio Costa hat PrĂ€sident Marcelo Rebelo de Sousa die Auflösung des Parlaments und eine Neuwahl fĂŒr den 10. MĂ€rz angeordnet. Das sagte er in einer Rede an die Nation nach einer Sitzung des Staatsrates in Lissabon.

Der Sozialist Costa war am Dienstag ĂŒberraschend wegen Korruptionsermittlungen gegen sich und andere Regierungsmitglieder zurĂŒckgetreten.

Rebelo de Sousa teilte weiter mit, Costa werde bis zu seiner Ablösung nach der Wahl geschĂ€ftsfĂŒhrender Regierungschef bleiben. Auch das Parlament bleibt bis zu einem formellen Auflösungsdekret des PrĂ€sidenten arbeitsfĂ€hig, um wichtige Gesetze wie etwa den Staatshaushalt zu verabschieden.

Verdacht illegaler Praktiken wie Bestechlichkeit

Costa hatte am Dienstag seinen RĂŒcktritt eingereicht, nachdem die Polizei seine Residenz und die anderer Regierungspolitiker und von GeschĂ€ftsleuten durchsucht hatte. «Nach meinem VerstĂ€ndnis ist die Position des Regierungschefs nicht mit einem Verdacht mangelnder IntegritĂ€t oder guten Benehmens und schon gar nicht mit dem Verdacht, eine Straftat begangen zu haben, vereinbar», hatte der 62-JĂ€hrige seinen RĂŒckzug begrĂŒndet. Zugleich betonte er jedoch seine Unschuld. «Ich schließe diese Phase mit gutem Gewissen ab», sagte der Sozialist.

Bei den Ermittlungen geht es um den Verdacht illegaler Praktiken wie Bestechlichkeit und Vorteilsnahme bei der Vergabe von Konzessionen zum Lithiumabbau sowie bei der Produktion von grĂŒnem Wasserstoff.

Der Ausgang der Neuwahl im MĂ€rz erscheint völlig offen. Bis Dienstag galt Costa Umfragen zufolge als Favorit bei der nĂ€chsten regulĂ€ren Parlamentswahl, die erst 2026 abgehalten worden wĂ€re. Portugiesische Medien hielten es jedoch fĂŒr unwahrscheinlich, dass die Sozialisten erneut wie bei der letzten Wahl im Januar 2022 eine absolute Mehrheit erringen könnten.

@ dpa.de