Parteien, Bosnien-Herzegowina

Wahlwiederholung: Karan bleibt PrÀsident der Serben-Republik

08.02.2026 - 22:12:18

Die PrĂ€sidentenwahl musste wegen UnregelmĂ€ĂŸigkeiten in etwa sechs Prozent der Wahlkreise wiederholt werden. Am Ergebnis Ă€nderte das nichts. Der Verdacht der Manipulation steht wohl weiterhin im Raum.

Die teilweise Wiederholung der PrĂ€sidentenwahl im serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina, der Republika Srpska (RS), hat nach Angaben der staatlichen Wahlkommission keine Änderung gebracht. Der Kandidat des Regierungslagers, Sinisa Karan, der die Wahl am 23. November des Vorjahrs gewonnen hatte, bleibt damit weiterhin RS-PrĂ€sident.

Sein Herausforderer, der Oppositionskandidat Branko Blanusa, gestand die Niederlage ein. Nach den Angaben der Wahlkommission vom spĂ€ten Sonntagabend kam Karan unter BerĂŒcksichtigung der Ergebnisse der teilweisen Wahlwiederholung nun auf 224.384, Blanusa auf 213.513 Stimmen. 

Die Wahl wurde in 136 von etwa 2.200 Wahllokalen in der RS wiederholt. Die Wahlkommission hatte dies angeordnet, nachdem sie dort bei der Wahl am 23. November schwere UnregelmĂ€ĂŸigkeiten und Betrugsverdacht festgestellt hatte. Blanusa hĂ€tte das Ergebnis theoretisch umdrehen können. Am Sonntag waren 84.500 BĂŒrger wahlberechtigt, Karan, ein Vertrauter des SNSD-Chefs und ehemaligen RS-PrĂ€sidenten Milorad Dodik, hatte die Wahl im November mit einem Vorsprung von weniger als 10.000 Stimmen gewonnen. 

Beobachter stellen erneut UnregelmĂ€ĂŸigkeiten fest 

Auch an diesem Wahlsonntag stellten Wahlbeobachter UnregelmĂ€ĂŸigkeiten wie DruckausĂŒbung auf WĂ€hler und Stimmenkauf fest. «Ich bin nicht enttĂ€uscht», sagte Oppositionskandidat Blanusa. «Es geht hier um systemische Probleme im Wahlablauf, die auch durch den Einsatz von Scannern und neuen Technologien nicht gelöst werden können», zitierten ihn bosnische Medien. 

Die PrÀsidentenwahl im November war erforderlich geworden, weil ein Gericht in Sarajevo den damaligen RS-PrÀsidenten Dodik im vergangenen Sommer wegen separatistischer AktivitÀten abgesetzt hatte. Dodik bestimmte fast zwei Jahrzehnte lang die Geschicke der RS. Als serbischer Nationalist versuchte er, die RS aus dem bosnischen Staat herauszulösen. 

Zweigeteiltes Land 

Seit dem Ende des Bosnien-Kriegs (1992-1995) vor 30 Jahren besteht Bosnien-Herzegowina aus zwei Landesteilen: aus der Föderation Bosnien-Herzegowina (FBIH), in der vor allem Kroaten und Bosniaken (Muslime) leben, sowie aus der vorwiegend von ethnischen Serben bewohnten Republika Srpska. Die beiden Verwaltungseinheiten sind weitgehend eigenstĂ€ndig in Bereichen, die nicht die Außen-, WĂ€hrungs-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik betreffen.

@ dpa.de