Ausland, Israel

Rotes Kreuz warnt vor Bruch der Waffenruhe in Gaza

16.10.2025 - 09:17:00

Die PrĂ€sidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Mirjana Spoljaric, hĂ€lt die Lage in Gaza weiterhin fĂŒr dramatisch und warnt vor einer weiteren Eskalation.

"Gaza liegt in TrĂŒmmern, kaum ein GebĂ€ude ist nicht zerstört oder beschĂ€digt. Es gibt keine Basisinfrastruktur, kein ĂŒberlebensfĂ€higes Umfeld mehr. Es braucht massive humanitĂ€re Hilfe, bevor an Wiederaufbau zu denken ist", sagte Spoljaric dem "Spiegel". Gleichzeitig distanzierte sich Spoljaric von Äußerungen des US-PrĂ€sidenten Donald Trump, wonach der Krieg im Nahen Osten vorbei sei.

"Ich bin nicht Politikerin, sondern PrĂ€sidentin einer humanitĂ€ren Organisation", sagte Spoljaric. Die jĂŒngste Waffenruhe bezeichnete sie als fragil. "Unsere grĂ¶ĂŸte Sorge im Moment ist, dass diese Waffenruhe zusammenbricht. Zu viele Menschen wurden ihrer MenschenwĂŒrde beraubt, und wenn noch einmal Krieg mit der bisherigen IntensitĂ€t ausbricht, dann habe ich wenig Hoffnung dafĂŒr, dass es irgendwann nochmal wieder gut werden könnte", sagte Spoljaric. Die grĂ¶ĂŸte humanitĂ€re Organisation der Welt hat in den vergangenen Wochen unter anderem die Freilassung von Geiseln und palĂ€stinensischen Gefangenen vermittelt. Spoljaric, die nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen kaum geschlafen hat, bezeichnete die Operation als "enorm heikel und gefĂ€hrlich". Das IKRK habe dabei gezeigt, dass sich die jahrelangen GesprĂ€che mit allen Parteien und das "Beharren auf NeutralitĂ€t und Vertraulichkeit" ausgezahlt hĂ€tten. "Das Rote Kreuz stand unter massiver Kritik. Aber wir alle haben bewiesen, dass es nur so geht - und dass sonst niemand diese Rolle ĂŒbernehmen konnte." Spoljaric appellierte an die internationale Gemeinschaft, die humanitĂ€re Hilfe fĂŒr Gaza zu verstĂ€rken. "Die Kosten steigen, wĂ€hrend die Budgets schrumpfen. Ohne ausreichende Mittel können wir unsere Arbeit nicht fortsetzen", warnte Spoljaric.

@ dts-nachrichtenagentur.de