USA, Iran

Trump erhöht Druck auf den Iran - Zahl der Toten steigt

13.01.2026 - 05:42:20

Die Proteste im Iran dauern an. Der Sohn des einstigen Schahs will einen Sturz der StaatsfĂŒhrung. Er hofft auf US-PrĂ€sident Trump. Der greift zunĂ€chst zu Zöllen - behĂ€lt sich aber einen Angriff vor.

  • US-PrĂ€sident Donald Trump will die Islamische Republik mit Zöllen unter Druck setzen. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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  • Bei den Massenprotesten im Iran ist die Zahl der Toten Aktivisten zufolge auf knapp 650 gestiegen. (Archivbild) - Foto: Uncredited/VALIDATED UGC/AP/dpa

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  • Bundesaußenminister Wadephul fordert schĂ€rfere Maßnahmen gegen die FĂŒhrung in Teheran.  - Foto: Michael Kappeler/dpa

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  • Schah-Sohn Pahlavi drĂ€ngt die USA zum Eingreifen im Iran. (Archivbild) - Foto: Thomas Padilla/AP/dpa

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US-PrĂ€sident Donald Trump will die Islamische Republik mit Zöllen unter Druck setzen. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpaBei den Massenprotesten im Iran ist die Zahl der Toten Aktivisten zufolge auf knapp 650 gestiegen. (Archivbild) - Foto: Uncredited/VALIDATED UGC/AP/dpaBundesaußenminister Wadephul fordert schĂ€rfere Maßnahmen gegen die FĂŒhrung in Teheran.  - Foto: Michael Kappeler/dpaSchah-Sohn Pahlavi drĂ€ngt die USA zum Eingreifen im Iran. (Archivbild) - Foto: Thomas Padilla/AP/dpa

WĂ€hrend das Blutvergießen bei den Massenprotesten gegen die autoritĂ€re StaatsfĂŒhrung im Iran Aktivisten zufolge andauert, will US-PrĂ€sident Donald Trump die Islamische Republik mit neuen Zöllen unter Druck setzen. FĂŒr alle LĂ€nder, die GeschĂ€fte mit dem Iran machen, sollen mit sofortiger Wirkung Strafzölle auf Einfuhren in die USA in Höhe von 25 Prozent des Warenwerts gelten, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social erklĂ€rte. Seine knappe AnkĂŒndigung ließ allerdings viele Fragen offen. 

Reza Pahlavi, der in den USA im Exil lebende Sohn des 1979 gestĂŒrzten Schahs, hofft, dass die USA eher frĂŒher als spĂ€ter im Iran eingreifen. «Der beste Weg, um sicherzustellen, dass weniger Menschen im Iran getötet werden, ist ein frĂŒhzeitiges Eingreifen, damit dieses Regime endlich zusammenbricht und all die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, ein Ende finden», sagte Pahlavi in einem Interview mit dem US-Sender CBS News. 

Die USA nĂ€hmen die Lage im Iran sehr ernst, hatte Trump am Sonntag gesagt. «Das MilitĂ€r befasst sich damit, und wir prĂŒfen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen.» US-Medienberichten zufolge ist heute dazu ein Treffen Trumps mit seinem nationalen Sicherheitsteam geplant. 

Zahl der Toten im Iran steigt

Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo bezifferte die Zahl der Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf inzwischen mindestens 648. Auch das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA sprach von knapp 650 Toten. Darunter seien 505 Demonstranten - unter ihnen neun Kinder - und 133 MilitĂ€r- und Polizeibeamte. Einigen SchĂ€tzungen zufolge könnten sogar mehr als 6.000 Menschen getötet worden sein, schrieb die Organisation IHRNGO auf der Plattform X weiter. Die Zahl der Festnahmen ĂŒbersteige einigen SchĂ€tzungen nach mehr als 10.000. Die Angaben können derzeit - auch wegen der weiter bestehenden Internet- und Telekommunikationsblockade - nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.

Das US-Nachrichtenportal «Axios» berichtete unterdessen unter Berufung auf einen Beamten des Weißen Hauses, dass Trump dazu neige, Ziele im Iran anzugreifen. Er soll demnach aber noch keine Entscheidung getroffen haben und derzeit iranische VerhandlungsvorschlĂ€ge prĂŒfen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi habe am Wochenende Kontakt zum US-Sondergesandten Steve Witkoff aufgenommen, um ĂŒber die Proteste zu sprechen, zitierte das Nachrichtenportal zwei informierte Quellen.

Schah-Sohn: Teheran möchte die Welt austricksen 

Pahlavi sagte bei CBS, Teheran versuche, die Welt «auszutricksen», indem sie vorgebe, bereit zu sein, ĂŒber einen Ausweg aus den Unruhen zu verhandeln. Der entscheidende Wendepunkt wĂ€re es, «wenn dieses Regime erkennen wĂŒrde, dass es sich nicht mehr auf eine fortgesetzte UnterdrĂŒckungskampagne verlassen kann, ohne dass die Welt darauf reagiert», sagte Pahlavi. 

Neue Zölle könnten Handelskonflikt mit China neu entfachen

Bei Trumps knapper AnkĂŒndigung von Zöllen fĂŒr LĂ€nder mit Iran-GeschĂ€ften blieb unklar, was genau seine Formulierung zu LĂ€ndern, die «GeschĂ€fte mit dem Iran machen», umfasst. Vom Weißen Haus wurde zunĂ€chst auch kein Erlass des PrĂ€sidenten zu Zöllen veröffentlicht. Trump hat schon hĂ€ufiger neue Zölle, oder Erhöhungen existierender EinfuhrgebĂŒhren, angekĂŒndigt, die dann teils zurĂŒckgenommen oder aufgeschoben wurden.

Zu den wichtigsten Handelspartnern der Islamischen Republik, die von den USA und der EU mit weitreichenden Sanktionen belegt ist, gehören unter anderem China, Indien, die Emirate und die TĂŒrkei. Aber auch EU-LĂ€nder wie Deutschland betreiben in geringem Umfang Handel mit dem Iran.

Wadephul fordert schĂ€rfere Maßnahmen

Bundesaußenminister Johann Wadephul forderte unterdessen nach einem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio in Washington schĂ€rfere Maßnahmen gegen die FĂŒhrung in Teheran. Im Iran sehe man ein «Unrechtsregime» ohne LegitimitĂ€t im Volk, das gegen die eigene Bevölkerung Mittel einsetze, «die alle Regeln der Menschlichkeit verletzen», sagte Wadephul.

Wadephul kĂŒndigte an, die Bundesregierung werde versuchen, die Sanktionen auf die iranische FĂŒhrung auszuweiten. Dazu zĂ€hle eine Listung im Terror-Sanktionsregime der EuropĂ€ischen Union. Diese habe bislang nicht durchgesetzt werden können, weil dafĂŒr Einstimmigkeit in der EU benötigt werde. Er rief die Mitgliedstaaten auf, die Frage vor dem Hintergrund des gewalttĂ€tigen Vorgehens gegen Demonstrierende erneut zu prĂŒfen.

Pahlavi: Regime muss verschwinden

Pahlavi antwortete auf die Frage von CBS, ob er Trump drĂ€nge, einen Regimewechsel einzuleiten, Trump sei solidarisch mit den Menschen im Iran, was bedeute, dass Trump letztlich deren Forderungen unterstĂŒtze. «Und deren Forderung ist, dass dieses Regime verschwinden muss», fĂŒgte er hinzu. Der von seinem autoritĂ€r regierenden Vater, dem Schah von Persien, einst zum Kronprinzen ernannte Pahlavi lebt seit Jahrzehnten in den USA im Exil.

Pahlavi beansprucht eine kĂŒnftige FĂŒhrungsrolle im Iran und verweist auf die Sprechchöre mit seinem Namen bei den Protesten. Doch wie viel UnterstĂŒtzung er tatsĂ€chlich innerhalb des Landes hat, ist unklar. Pahlavi warb wiederholt um UnterstĂŒtzung aus Washington, explizit auch bei Trump.

@ dpa.de

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