Proteste im Iran werden zunehmend gewaltsamer
04.01.2026 - 13:24:27Die landesweiten Proteste im Iran dauern an und werden nach acht Tagen zunehmend gewaltsamer. Laut Augenzeugen kam es in der Hauptstadt Teheran zu ZusammenstöĂen zwischen Demonstrierenden auf der einen sowie Polizei- und SicherheitskrĂ€ften auf der anderen Seite. Es waren Parolen wie «Tod dem Diktator» zu hören. Die Demonstrierenden nahmen aber auch Bezug auf die jĂŒngsten Ereignisse in Venezuela, wo US-StreitkrĂ€fte bei einem Angriff am Samstag den Staatschef NicolĂĄs Maduro gefangen nahmen. «Ihr seid als NĂ€chste dran», skandierten einige Demonstrierende. Mehrere Protestierende seien festgenommen und in Minibussen abtransportiert worden, so die Augenzeugen.
Vor dem ehemaligen Stadttheater im Zentrum Teherans kam es laut Augenzeugenberichten zu dramatischen Szenen. Demonstrierende ignorierten die Aufforderung der Polizei, den Ort unverzĂŒglich zu verlassen. Daraufhin gingen die Beamten mit Schlagstöcken gegen die Menge vor, darunter viele junge Frauen. Einige Teilnehmer der Proteste wurden in Minibusse gezerrt und abtransportiert, andere suchten in nahegelegenen GeschĂ€ften Schutz vor Polizei- und SicherheitskrĂ€ften.
Menschenrechtsorganisation: Mindestens 17 Tote
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen wurden in den ersten sieben Tagen der Proteste mindestens 17 Menschen getötet. Zudem seien mehr als 500 Personen verhaftet worden. Die Angaben stĂŒtzen sich auf Berichte in den sozialen Medien sowie auf Aussagen von Menschenrechtsaktivisten im Ausland. Sie können nicht unabhĂ€ngig verifiziert werden. Die iranische Regierung veröffentlicht keine genauen Informationen. Â
Auch auf der Plattform X zogen zahlreiche Iraner Parallelen zu den Entwicklungen in Venezuela. Bilder des festgenommenen Maduro wurden dabei durch solche des obersten iranischen FĂŒhrers Ali Chamenei ersetzt. Nutzer warnten das iranische System, dass ihm ein Ă€hnliches Schicksal drohen könnte. Die iranische Regierung hatte den US-Angriff auf die venezolanische Hauptstadt Caracas scharf verurteilt.
Aus Protesten gegen Wirtschaftspolitik wurden Unruhen
Seit vergangenen Sonntag erschĂŒttern politische Unruhen den Iran. Sie richten sich gegen die islamischen Machthaber des Landes. ZunĂ€chst protestierten die Menschen nur in Teheran gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung, doch schon bald entwickelten sich daraus landesweite politische Unruhen.Â
Neben der massiven Kritik an der gegenwĂ€rtigen FĂŒhrung werden dabei auch Rufe nach einer RĂŒckkehr der Monarchie laut, die durch die islamische Revolution 1979 gestĂŒrzt worden war.
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