Trotz Ultimatum: Französischer Botschafter bleibt im Niger
28.08.2023 - 14:37:32Trotz eines ausgelaufenen Ultimatums der Putschisten ist der französische Botschafter weiter im Niger. Das bestÀtigte Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron am Montag in Paris. Botschafter Sylvain Itté werde trotz des Drucks bleiben, betonte er. Am Freitag hatten die Putschisten mitgeteilt, Itté habe 48 Stunden Zeit, das Land zu verlassen.
Macron betonte, dass Frankreich die Putschisten nicht anerkenne. Auch aus dem AuĂenministerium hatte es geheiĂen, die Putschisten seien nicht berechtigt, den Abzug des Botschafters zu fordern, da dessen Akkreditierung von den gewĂ€hlten nigrischen Vertretern komme.
Macron sagte mit Blick auf den Niger, Frankreich unterstĂŒtze das diplomatische - und sollte es beschlossen werden - militĂ€rische Handeln der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas. Den gestĂŒrzten PrĂ€sidenten Mohamed Bazoum nannte Macron integer und mutig. Er fĂŒhrte aus: «Das aktuelle Problem der Nigrer sind Putschisten, die sie in Gefahr bringen, weil sie den Kampf gegen den Terrorismus aufgeben, weil sie eine Politik aufgeben, die wirtschaftlich gut fĂŒr sie war, und weil sie dabei sind, alle internationalen Finanzierungen zu verlieren, die ihnen erlaubt haben, aus der Armut zu kommen.»
Vor etwa einem Monat hatte die PrĂ€sidentengarde im Niger Bazoum mit einem MilitĂ€rputsch abgesetzt. Der Kommandeur der Eliteeinheit, General Abdourahamane Tiani, ernannte sich im Anschluss zum neuen Machthaber und setzte die verfassungsmĂ€Ăige Ordnung auĂer Kraft. FĂŒr Frankreich war der Niger zuletzt ein wichtiger Partner in seinem Anti-Terror-Kampf in der Sahelzone. Paris hat im Niger und im benachbarten Tschad etwa 2500 Soldaten stationiert.


