Drei Mitte-Parteien bilden Koalition in Ă–sterreich
27.02.2025 - 09:16:59Rund fĂĽnf Monate nach der Wahl in Ă–sterreich haben sich die konservative Ă–VP, die sozialdemokratische SPĂ– und die liberalen Neos auf die Bildung einer Regierung geeinigt. Das teilte ein Sprecher der Ă–VP mit. Das Regierungsprogramm trage den Titel «Jetzt das Richtige tun. FĂĽr Ă–sterreich.» Einzelheiten sollen auf einer Pressekonferenz um 11 Uhr vorgestellt werden.Â
Es war bereits der zweite Anlauf fĂĽr eine solche in Ă–sterreich bisher einmalige Dreier-Koalition. Die Einigung steht unter Vorbehalt. Die Neos mĂĽssen noch das grĂĽne Licht ihrer Parteibasis einholen. Das soll am Sonntag geschehen.Â
Mit rund 150 Tagen hat es in Ă–sterreich noch nie so lange bis zur Bildung einer Regierung gedauert. Ă–VP-Chef Christian Stocker soll das BĂĽndnis als Kanzler anfĂĽhren, SPĂ–-Chef Andreas Babler ĂĽbernimmt den Posten des Vizekanzlers.Â
Mehrere Versuche zur Koalitionsbildung
Im September hatte die rechte FPÖ die Parlamentswahl gewonnen. ÖVP, SPÖ und Neos wollten daraufhin eine Mitte-Koalition schmieden und die Rechtspopulisten vom Kanzleramt fernhalten. Doch der Versuch scheiterte im Januar, als die Neos aus den Verhandlungen ausstiegen. Kurz danach scheiterten auch Gespräche zwischen der bisherigen Kanzlerpartei ÖVP und der SPÖ über eine Zweier-Koalition.
Daraufhin beauftragte Bundespräsident Alexander Van der Bellen schließlich doch FPÖ-Chef Herbert Kickl mit der Regierungsbildung. Der wollte eine Zusammenarbeit mit der ÖVP. Doch auch er scheiterte. Seine EU-kritischen und tendenziell Russland-freundlichen Rechtspopulisten konnten sich mit den proeuropäischen Konservativen nicht auf eine außenpolitische Linie einigen. Zusätzlich herrschte großes Misstrauen zwischen den zwei Parteien.
Um die politische Krise zu beenden, appellierte Van der Bellen an die Staatsräson und die Konsensfähigkeit der politischen Kräfte in Österreich.
Österreich braucht dringend handlungsfähige Regierung
Unter dem wachsenden Druck der schlechten Wirtschaftslage und des großen Haushaltsdefizits nahmen ÖVP und SPÖ noch einmal Verhandlungen auf und einigten sich zunächst auf ein von Einsparungen geprägtes Doppel-Budget für 2025 und 2026.


