VorlÀufige Ergebnisse: Mongolische Volkspartei gewinnt Wahl
29.06.2024 - 03:25:12 | dpa.de
Die Mongolische Volkspartei (MVP) hat laut vorlĂ€ufigen Ergebnissen die Parlamentswahl in der Mongolei gewonnen, jedoch einen Teil ihrer ĂŒberragenden Mehrheit eingebĂŒĂt. Nach AuszĂ€hlung fast aller Stimmen holte die bislang unangefochtene Partei 68 der 126 Sitze im GroĂen Staats-Chural und sicherte sich damit nur noch eine knappe Mehrheit, wie mongolische Medien berichteten. Der bisherige MinisterprĂ€sident Luvsannamsrai Oyun-Erdene erklĂ€rte seine MVP zum Wahlsieger. Bei der vorangegangenen Wahl hatte die Partei 62 PlĂ€tze im damals noch 76 Sitze umfassenden Parlament geholt.
Bei dieser neunten Parlamentswahl seit der demokratischen Wende 1990 gewann die Opposition deutlich an Stimmen hinzu. Beobachter werteten das mitunter als Wunsch der Bevölkerung fĂŒr einen Wandel. Die Demokratische Partei aus dem Mitte-Rechts-Lager erreichte laut vorlĂ€ufigen Ergebnissen 42 Sitze. Die Hun-Partei gewann acht Sitze. Zwei weitere Splitterparteien teilen sich die ĂŒbrigen acht Sitze.Â
Wahlbeobachter bemÀngeln Fairness
Nach Angaben der Wahlkommission lag die Wahlbeteiligung bei rund 69 Prozent. Die offiziellen Wahlergebnisse wĂŒrden binnen 14 Tagen vorgelegt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Montsame. Etwas mehr als zwei Millionen Menschen in dem Land, das von Russland und China umschlossen ist, waren zur Wahl aufgerufen.Â
Beobachter der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSCE) bewerteten den Ablauf der Wahl positiv. Allerdings bemĂ€ngelte die Organisation ungleiche Wettbewerbsbedingungen zum Vorteil der MVP, wie es in einer Mitteilung hieĂ. Dagegen lobten die Beobachter, dass das Aufstocken der Sitze zu mehr PluralitĂ€t und Frauen im Parlament fĂŒhrte.Â
Die FlĂ€che der rohstoffreichen Mongolei ist mehr als viermal so groĂ wie die Deutschlands, dabei hat das Land nur etwa 3,4 Millionen Einwohner. Die ehemals sozialistische Volksrepublik wĂ€hlte mit einem verĂ€nderten Wahlsystem. 48 Sitze wurden ĂŒber eine Parteienliste und 78 Sitze durch eine Direktwahl vergeben. Der GroĂe Staats-Chural in der Hauptstadt Ulan Bator wuchs von 76 auf 126 Parlamentssitze an.Â
Mongolei abhÀngig von Nachbarn
Die Mongolei gilt als wichtiger demokratischer Puffer zwischen den beiden autokratischen LÀndern China und Russland. Ulan Bator versucht schon lange ein ausgeglichenes VerhÀltnis zu seinen Nachbarn zu halten, von denen die Mongolei sehr abhÀngig ist. Fast alle Erdölerzeugnisse stammen etwa aus Russland und mehr als 90 Prozent der mongolischen Gesamtexporte gehen nach China, darunter vor allem Kohle. Innenpolitisch kÀmpft die Mongolei, in der noch viele Menschen als Nomaden leben, mit Korruption in der Politik, weshalb das Vertrauen der Bevölkerung zunehmend abnahm.
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